„Ich fahre mit einem guten Gefühl auf die Arbeit. Ich habe halt auch gerne mit meinen Kollegen zu tun, da ist es nicht schlimm, wenn man mal länger arbeiten muss.“
Doch Norina war nicht immer Müllwerkerin, zu ihrem Beruf kam sie erst über Umwege. Die gelernte Floristin arbeitete nur kurz in ihrem Beruf, bevor sie für 13 Jahre in einem Baumarkt gearbeitet hat. Dort bekam sie durch ihren Chef die Möglichkeit den LKW-Führerschein zu machen: „Da habe ich die Chance ergriffen – das wollte ich schon immer machen!“ Norina liebt es LKW zu fahren, auch wenn ihre Kollegen am Anfang nicht so überzeugt waren.
Denn Norina ist die einzige Frau im Team und wurde anfangs sehr skeptisch beäugt. Die männlichen Kollegen wollten sie nicht mitnehmen, trauten ihr nicht zu als Frau den LKW sicher fahren zu können und schätzen sie zu schwach für die körperliche Arbeit ein. Doch Norina überzeugte sie vom Gegenteil und ist heute ein beliebtes Teammitglied, sie nennt das Kollegium selbst „ein richtig cooles Team.“ Was Norina schade findet, ist der oft fehlende Respekt der Bevölkerung:
„Man wird angepöbelt oder wir stehen im Weg und die schreien einen dann einfach an. Wir machen nur unsere Arbeit, wir holen euren Müll weg.“
Ähnliche Erfahrungen gibt es auch immer wieder mit anderen Verkehrsteilnehmern, Norina muss aufpassen, dass kein Auto oder Fahrrad unerlaubt überholt und keine Kinder auf der Straße sind: „Man muss überall seine Augen haben.“
Und trotzdem: Norina hat ihren Traumberuf gefunden – hier will sie bis zur Rente bleiben. Grund dafür sind nicht nur der Beruf selbst und die Kollegen, sondern auch die Sicherheit, die die Müllabfuhr ihr bietet: „Müll gibt’s immer – einen sichereren Job gibt’s nicht. Da kann jede Krise kommen.“
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