LKW-Fahrer seit 30 Jahren: Gottlob ist lieber unterwegs als im Büro

Schon früh entdeckte Gottlob seine Leidenschaft für LKWs, heute hat der Billigheimer seine eigene Spedition. Was nervt ihn an seiner Arbeit und warum liebt er sie trotzdem?  

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Von Autor/in Max Damm

Gottlob kam schon als Kind in Kontakt mit LKWs: Als Kind guckt er am liebsten die Fernsehserie „Auf Achse“, in der die beiden Hauptfiguren als Truckfahrer weltweit Abenteuer erleben. Aber auch sein Vater, der als Baumaschinenführer arbeitete, inspiriert ihn: Gottlob begleitet ihn oft auf der Baustelle, verdient sich mit 15 Jahren das erste Geld als Walzenfahrer beim Bau der Autobahn Leinfelden-Echterdingen.  

Wenig Wertschätzung als Brummi-Fahrer 

Seitdem war Gottlob schon in ganz Europa unterwegs, arbeitet erst als selbstständiger LKW-Fahrer, hat mittlerweile seine eigene Spedition und das Kommando über zehn Lastwagen und zwölf Mitarbeiter. „Man muss einfach der Typ dafür sein, morgens früh aufzustehen, abends spät ins Bett zu gehen, und dazwischen ein bisschen was leisten zu wollen“, sagt Gottlob. Die schwere Arbeit sei heute aber nicht mehr so angesehen wie früher, erklärt er: „Als ich als LKW-Fahrer angefangen habe, hieß es: ‚Was bist du von Beruf? Boah, LKW-Fahrer, super!‘ Wenn du heute sagst, du bist LKW-Fahrer: ‚Ooh!‘ Da wird die Nase gerümpft, weil das Ansehen in der Gesellschaft gefallen ist. Leider.“ Gottlob wünscht sich auch mehr Rücksicht auf den Straßen.  

Ja, es ist schon ein Knochenjob, aber – ich kann jetzt nur von mir reden – mir macht er Spaß! 

Unterwegs kann viel passieren und so hat auch Gottlob schon einiges erlebt. „Man muss sich zu helfen wissen“, sagt er, als er davon erzählt, wie er aus einem neuntägigen Streik an der spanischen Grenze flüchten musste. Trotzdem liebt Gottlob seine Arbeit, sitzt lieber tagelang im LKW als im Büro. „Irgendwie entspannter“, sagt er dazu. „Du fährst, kannst deinen Kopf ein bisschen frei machen, kannst ein bisschen nachdenken über die Welt.“ 

Viel unterwegs, wenig bei der Familie 

Doch während Gottlob unterwegs ist, verpasst er viel von dem, was zu Hause passiert. „Als meine große Tochter aufgewachsen ist, habe ich so gut wie gar nichts von der gesehen, weil ich die ersten vier, fünf Jahre nur unterwegs war und gearbeitet habe. Im Nachgang betrachtet hat das schon gefehlt, die Zeit – dass ich die Kinder nicht richtig habe aufwachsen sehen.“ 

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Max Damm
Onlinefassung
Julia Reithmeier