Ich hatte keine Ziele, keine Perspektive, mir ging's einfach beschissen.
Auf der Suche nach Halt
Die Trennung seiner Eltern trifft Silvan wie ein Schlag. Er sucht nach einer Identifikationsfigur, nach Vorbildern und vor allem nach Halt. Als Jugendlicher findet er diesen Halt auf der Straße oder glaubt das zumindest. Silvan wird kriminell. Drogen, Gewalt und schnelles Geld dominieren bald seine Welt. Der vermeintliche Erfolg, den er hier von erwachsenen Männern vorgelebt bekommt, vermittelt ihm ein trügerisches Gefühl von Orientierung.
Der Wendepunkt
Doch dieser Weg endet da, wo er für die meisten endet: Polizei, Krankenhaus, Gefängnis.
Ich bin im Krankenhaus aufgewacht und habe mir gedacht: Scheiße, was machst du da?
Silvan hat unter Drogeneinfluss eine Panikattacke. Er sieht rot, weiß nicht mehr, wer Freund und wer Feind ist. Die Polizei muss kommen, um ihn zu bändigen. Vier Polizisten reichen nicht aus, um ihn ruhigzustellen. Seine Mutter, die ihn all die Jahre begleitet und unterstützt hat, muss alles mitansehen. Noch im Krankenhaus fasst Silvan den Entschluss: Nie wieder.
Ein neues Fundament
Er beginnt eine Therapie. Die Diagnose lautet: ein extremer Fall von ADHS. Der Therapeut rät ihm zu Kampfsport. Die Verbindung aus Disziplin, Koordination und körperlicher Belastung ist Balsam für seine Seele. „Ich habe wieder zu mir selbst gefunden, konnte mich wieder konzentrieren, mein Leben hatte wieder Struktur.“
Ein Neuanfang
Silvan beginnt ein neues Leben. Im Gefängnis hat er seine Leidenschaft für Bücher entdeckt. Er liest viel, geht auf Reisen und sammelt Rezepte. Zusammen mit seiner Mutter eröffnet er das Bodhi in Mannheim. Über seine Liebe zur Kulinarik will er der Gesellschaft etwas zurückgeben. Er engagiert sich auch sozial und beschäftigt Menschen, die aus ähnlichen Verhältnissen kommen wie er selbst.
Ich versuche, mir die Jungs zu schnappen und von der Straße zu holen.
Die Seele des Bodhi
Die Seele des Ladens ist seine Mutter Fatma: „Wenn du hier zum Essen kommst, ist das wie zu Hause. Für meine Mutter sind alle, die hierherkommen, ihre Kinder.“
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