Die Vorgängerin hat uns beide angeschaut und gesagt: ,Ihr seid die, die ihre Berufe aufgeben wollen.‘
Anfang März übernehmen Miriam und Debora spontan einen Campingplatz in Oberwesel und setzen alles auf eine Karte: „Wir haben echt schon viele verrückte Ideen gehabt. Wir sind, glaube ich auch ein bisschen verrückt.“ Debora reduziert ihre Stelle als Hebamme, Miriam kündigt ihren Gemeindereferentin-Job. Die beiden stürzen sich ins Campingplatz-Business. Viel Ahnung, vom Campingplatz Führen, haben die beiden vorher nicht: „Ein richtiges Wohnmobil habe ich von innen noch nie gesehen, bevor wir den Campingplatz gemacht haben“, erzählt Debora.
Für den Traum zurück in die Heimat
Direkt am Rhein managen die Schwestern nun ihre 50 Wohn- und Anhängerstellplätze. Beide sind in Oberwesel aufgewachsen, für den Beruf aber weggezogen. Jetzt zieht es sie zurück in ihre alte Heimat. Für ihren Traum haben die Geschwister einen Kredit aufgenommen und viel investiert.
Um Geld zu sparen, machen die beiden so viel wie möglich selbst. Aus alten Küchenbänken schreinern sie hölzerne Waschtische für die Sanitärhäuser. Das gastronomische Angebot des Campingplatzes reicht von regionalen Weinen über Pinsas bis hin zu selbstgebackenen Kuchen. Ihre neueste, silbern-glänzende Investition: ein Foodtruck mit eigener Fritteuse. Für die Übernachtungsgäste backt die dritte Schwester im Bunde als Konditormeisterin ihre Kuchen selbst.
Wohlfühlort für Familien
Vor allem Familien liegen den Schwestern besonders am Herzen. „Wir wollen auch ein Kinderparadies schaffen. Man muss mit Kindern auch nicht unbedingt in den Urlaub fliegen, sondern man kann auch schön in Deutschland Urlaub machen“, findet Miriam. Frisch eingezogen sind auch die fünf Campingplatz-Kaninchen. Insgeheim sind die nicht nur niedlich für die Kinder anzuschauen, Miriam freut sich mindestens genauso: „Das ist auch für uns einfach gut, weil wir quasi auf unserem Campingplatz leben. Wir sind immer hier und wollen auch einen Hasen streicheln können.“
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