600 Kilometer Franziskusweg: Günter pilgert mit 81 Jahren nach Rom

Der 81-jährige Günter pilgert fünf Wochen den Franziskusweg von Florenz nach Rom. Nach 600 Kilometern wird er vom neuen Papst begrüßt.

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Von Autor/in Sophia Sibirski, Inga Malin Köberich

Günters fünfwöchige Pilgerreise startete in Florenz. Die 33 Etappen nach Rom lief er allein. Dies war nicht immer einfach: „Es ist alles nur Berg, die Wege sind noch nicht so ausgebaut und beschildert. Es geht viel durch Steinwüste und schlammige Wege.“ Dabei kam der Eifeler auch an seine Grenzen. In der vorletzten Etappe zog er sich eine Zerrung am Oberschenkel zu, aber das war keineswegs ein Grund die Reise abzubrechen:

Was ich mir vornehme, das ziehe ich durch.

Der 81-Jährige erfuhr auf dem Weg eine große Hilfsbereitschaft von Mitpilgern. Unterstützung bekam Günter zum Beispiel beim Übersetzen, denn er spricht keine Fremdsprachen. Dadurch entstanden auch tolle Freundschaften, wie die mit Tabea aus Köln.

Günter verarbeitet auf der Pilgerreise den Tod seiner Frau

Günters Traum war es immer, einmal mit seiner Frau Ursula nach Rom zu gehen. Durch Probleme mit der Atmung, war das für sie jedoch undenkbar. Die beiden verbrachten 60 Ehejahre, bis seine Frau letztes Jahr verstarb. „Wir sind ja 60 Jahre gemeinsam gegangen, aber nicht diese Wege. Das sind besondere Wege.“ Durch die Pilgerreise wollte Günter auch ihren Tod verarbeiten. „Auf dem Weg habe ich viel darüber nachgedacht, wie unser Leben war, wie schön es war. Das ist eigentlich ganz wichtig für mich gewesen.“

Motivation für den beschwerlichen Weg schöpfte Günter auch aus seinem starken Glauben. „Ich bin katholisch erzogen. Ich bin Katholik und werde auch Katholik bleiben. Ich gehe regelmäßig in die Kirche. Und auf dem Weg suchst du dann die Verbindung nach oben.“

Ankunft in Rom nach 600 Kilometern

Das war Heulen pur. Als ich dann am Spätnachmittag die Mitpilger erlebt habe, da ist sich alles um den Hals gefallen. Einer hat den anderen gedrückt. Das war ein Gefühl, unvorstellbar.

Günter will sich weiterhin fit halten. Täglich raus in die Natur zu gehen ist für ihn ein Muss. „Wer wandert, der rostet nicht. Das muss man gerade ich in meinem Alter beachten und muss immer beweglich bleiben.“ Und auch sein nächstes Ziel hat er schon im Blick: Eine Wanderung um Berlin.

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