Ich glaube schon, dass Trauer manchmal als ein Akt der Schwäche gesehen wird. Und das möchte ich nicht. Ich möchte, dass die Menschen den Mut haben, zu ihrer Trauer zu stehen.
Das Projekt „DaSein in der Trauer“ gibt es seit letztem Jahr im Pastoralen Raum Andernach. Simone erzählt: „Es ist meistens so, dass nach den Beerdigungen der Kontakt abbricht, aber die Menschen doch in ihrer Trauer da sind. Wir sind dann auf die Idee gekommen, auf die Friedhöfe zu gehen und uns ganz zwanglos als Seelsorger anzubieten.“ Das Angebot wurde bereits letztes Jahr auf den großen Friedhöfen im Raum Mülheim-Kärlich und Andernach-Stadt sehr gut angenommen. Dieses Jahr findet die Seelsorge auch auf kleineren Friedhöfen statt, zum Beispiel in Kell und Kettig.
Auf die Menschen zugehen
Simone sagt, dass die Kirche in den letzten Jahren einen Bedeutungsverlust erfahren hat. Früher wären die Leute von allein gekommen. Jetzt müsste die Kirche wieder auf die Menschen zugehen: „Die Menschen suchen immer noch nach Hilfe. Sie sind heute bereit, viel Geld auszugeben für Coaches und Psychologen, wobei wir das in der Kirche auch alles bieten. Das kriegen sie alles bei uns umsonst. Es ist jeder willkommen, gleich welcher religiösen Einstellung oder auch keiner religiösen Einstellung.“
Simones Mutter verstarb vor zweieinhalb Jahren an einer schweren Krankheit. Das war für sie ein schmerzlicher Verlust. „Ich habe danach viel mit mir selbst gerungen und gesagt: ‚Mensch, du bist Seelsorgerin, aber nein, ich war da keine Seelsorgerin, ich war nur die trauernde Tochter. Ich trauere immer noch um meine Mutter und es wird auch nie enden, es hat sich nur vielleicht verändert.“ Diese Erfahrung bestätigte sie darin, wie wichtig ihre Arbeit ist.
Weihnachtsgottesdienst für Trauernde
Das Seelsorge-Projekt soll nächstes Jahr weitergeführt werden. Ein weiteres Angebot, welches daraus entstanden ist, ist der Weihnachtsgottesdienst für Trauernde. Dieses Jahr wird der Gottesdienst am 24. Dezember in der Hospitalkirche in Andernach stattfinden.
"Babys sind der kleinste Teil meiner Arbeit”
Anna aus Stuttgart ist freiberufliche Hebamme und Trauerbegleiterin in Teilzeit. Zu ihrem Job gehören Termine wie Babybaden genauso wie Gespräche mit Frauen, die gerade ihr Kind verloren haben. Ein Job mit viel Emotionen, Verantwortung, Dankbarkeit und Frust.
„Wir sind alle näher an einer Behinderung als von einer weg” – Cary setzt sich für Barrierefreiheit ein
84 Menschen aus ganz Deutschland diskutieren über das, was sie bewegt. Das ist das ARD Dialog-Projekt „Was Deutschland verbindet”. Cary aus Tübingen ist dabei, ihr Herzensthema: Gleichberechtigung für Menschen mit Behinderung.
„Dass man bei einer Geburt so sterben könnte, habe ich nicht realisiert.“ Jennys Gebärmutter ist bei der Geburt ihrer Tochter gerissen
Jenny aus Stuttgart hatte bei der Geburt ihrer zweiten Tochter eine Uterusruptur: Ihre Gebärmutter ist gerissen. Sie berichtet über die Geburt und warum sie das Leben heute feiert.
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