Mein Berufsleben war bewegt und sehr anstrengend. Also ich habe zum Teil um 3 Uhr morgens aufstehen müssen und bin erst abends um 10 Uhr nach Hause gekommen.
Stute Celine stellt Michaels Leben auf den Kopf
Michael arbeitet viele Jahre in einer Führungsposition im „Medical Risk Management“ in Mannheim. Doch kurz vor seiner Rente verändert sich sein Leben nochmal um 180 Grad. Auslöser dafür: Die Stute Celine seiner Frau.
Michael erinnert sich noch genau an das erste Zusammentreffen mit Celine. Die Stute wurde von ihrem vorherigen Besitzer schwer misshandelt. Sie hatte seitdem große Angst vor Männern. Doch Michael strahlte etwas Positives auf sie aus, denn sie schien ihn zu akzeptieren. Er nimmt sich Zeit, um sich ihr zu nähern. Nach einem Dreivierteljahr kann er Celine sogar zum ersten Mal berühren: „Es wird wohl mit meiner Art zusammenhängen“, vermutet Michael, „so wie ich eigentlich auch mit Menschen umgehe, so bin ich ja auch mit dem Pferd umgegangen.“
Mit 62 Jahren zurück auf die Schulbank
Als seine Frau Michaels Umgang mit Celine beobachtet, meldet sie ihn ohne Absprache für ein Studium der Pferdepsychologie an: „Also innerlich war ich schon ein bisschen geschockt, weil das, was ich in meinem Ruhestand ja machen wollte, war mit Sicherheit nicht noch mal lernen zu müssen“, erinnert er sich. Doch Michael entscheidet sich für das Studium. Mit 62 Jahren, ein Jahr vor der Rente, sitzt er wieder auf der Schulbank. Inzwischen unterrichtet er selbst an der Hochschule und berät Pferdebesitzer.
Michael möchte mehr Menschen die Sprache der Pferde näherbringen. Seiner Ansicht nach könne man aus der Kommunikation mit Pferden viel lernen. Ein Begegnen auf Augenhöhe, Respekt vor dem Lebewesen und vor allem brauche man Geduld und Ruhe: „Das Pferd kommt nicht und sagt, leg mir mal ein Konzept vor, ich lese mir das mal durch. Man muss den Faktor Zeit neu definieren als Mensch.“.
"Babys sind der kleinste Teil meiner Arbeit”
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