Glück auf zwei Rädern: Manfred reist mit dem Fahrrad

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Von Autor/in Katharina Feißt

„Seit ich Rentner bin, habe ich Zeit und muss nichts mehr schnell machen. Da ist das Fahrrad eine ganz andere Bewegungsqualität als ein Auto oder Flugzeug. Mit dem Fahrrad bin ich in Bewegung, kann ganz viel schauen und habe tausend Begegnungen.“

Seit seiner Jugend verbindet Manfred eine große Liebe mit Portugal. Er kann gar nicht zählen, wie oft er schon in das Land gereist ist. Seit er Rentner ist, hat sich einen Traum erfüllt und macht die Reise mit seinem E-Bike. Dabei sucht er sich immer nur eine grobe Route raus und fährt viel nach Bauchgefühl: „Wenn es irgendwo schön aussieht, fahre ich eben hin. Ich genieße es, mich treiben zu lassen und weiß morgens nie, wo ich abends schlafe.“

Als Manfred mit seinen Fahrradreisen begann, musste seine Frau noch arbeiten. Heute ist sie ebenfalls Rentnerin und begleitet ihn manchmal ein Stück. Doch den Großteil der Stecke legt der 72-Jährige weiterhin allein zurück. „Im Bekanntenkreis war keiner, der gesagt hat: ‚Ich will mich jetzt auch mal drei Monate aufs Fahrrad setzen.‘ Aber ich gestehe: Ich habe auch nicht gesucht. Ich fand den Gedanken charmant, mit mir unterwegs zu sein.“ Manfred erzählt, dass er als Alleinreisender oft angesprochen wird und Hilfe angeboten bekommt. „Wenn ich in ein kleines Städtchen komme, ist eine der Standardfragen: ‚Bist du verloren gegangen, suchst du ein Bett?‘“

Doch die Reise bestehe nicht nur aus schönen Momenten: „Manchmal habe ich auch ein bisschen Schiss, zum Beispiel, als ich dem ersten Wolf begegnet bin.“ Auch mehrere Tage in der spanischen Wüste seien eine Herausforderung gewesen. „Das einfach zuzulassen und mich nicht abzulenken, ist schon hart. Da muss ich meine innere Stärke suchen. Aber das finde ich auch wieder gut.“

Manfred kann es kaum erwarten, im September zu seiner nächsten Fahrradreise aufzubrechen und hofft, andere mit seiner Geschichte inspirieren zu können: „Fahrradfahren hat mein Leben erfüllter und reicher gemacht. Es hat mir mehr ermöglicht, mich mit mir selbst auseinanderzusetzen.“

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