Durch das Trinken habe ich mich gar nicht mehr konzentrieren können. Ich war gar nicht mehr ich selbst.
Der Alkoholkonsum steigert sich bei Melanie langsam, immer mehr wird der Alkohol zum Begleiter im Alltag. Ein Sekt beim Kochen, ein Sekt beim Bügeln und auch beim Umbau des Hauses immer wieder ein Schluck Alkohol:
Den körperlichen Schmerz hat man weggetrunken, die Belastung hat man weggetrunken. Mit der Zeit habe ich eine gewisse Toleranz entwickelt.
Irgendwann wird es zur Normalität, dass Melanie morgens nach dem Aufstehen sechs Bier trinkt und anschließend zur Arbeit geht.
Mit diesem problematischen Konsum ist Melanie nicht allein. Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. ergaben jüngste Erhebungen, dass etwa neun Millionen Menschen in Deutschland einen riskanten Alkoholkonsum haben. 2023 war die fünfthäufigste Hauptdiagnose in Krankenhäusern „Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol“.
Melanie merkt, dass es so nicht weitergeht. „Der Auslöser war tatsächlich, dass ich irgendwann an der Situation zusammengebrochen bin. Ich habe so viel Alkohol getrunken, dass ich mich übergeben musste. Ich habe den ganzen Alkohol erbrochen und danach habe ich direkt wieder weitergetrunken.“ Sie geht für eine Entgiftung ins Krankenhaus und anschließend fast vier Monate zur Reha in eine Fachklinik. Dort lernt sie durch eine Suchttherapeutin und Gruppenstunden verschiedene Techniken, wie sie im Alltag mit der Konfrontation mit Alkohol umgehen können.
Melanie hat es geschafft, sie ist trocken:
Ich bin heute total befreit von allem. Ich bin einfach glücklich, es ist so dieses Gefühl von einer absolut zufriedenen Abstinenz.
Solltest du oder jemand, den du kennst, Unterstützung benötigen, kannst du dich an das Infotelefon zur Suchtvorbeugung wenden: +49 221 89 20 31 - ein telefonischer Informationsdienst des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. Einen kostenlosen Selbsttest kannst du z.B. auch auf der Seite „Online Selbsthilfe Alkohol“ machen.