Als wir in Deutschland angekommen sind, war das eine riesige Erleichterung für uns. Endlich konnten wir uns sicher fühlen, und ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass ich meine Träume verwirklichen kann.
Sowohl Fatima als auch Tahera sind afghanische Hazara, die seit der Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 aktiv verfolgt werden. Die beiden Frauen sind mit ihren Familien nach Deutschland geflohen, da sie die Situation in ihrer Heimat nicht mehr ertragen konnten: „Wir sind 2016 nach Deutschland gekommen. Das war ein schwieriger Weg. Wir sind 18 Stunden am Stück gelaufen, immer wieder Berg hoch und runter. Und all das mit einem kleinen Kind“, erzählt Tahera.
Ein Traum, der verbindet – Fatima und Tahera eröffnen einen Foodtruck
Sie haben sich in einer Sprachschule in Deutschland kennengerlernt und auf Anhieb miteinander verbunden gefühlt. Als sie feststellen, dass sie beide den Traum von einem eigenen afghanischen Restaurant teilen, schließen sie sich sofort zusammen.
Ende 2025 eröffnen sie ihren kleinen Imbisswagen und verkaufen vor allem auf dem Parkplatz einer Landauer Tankstelle afghanische Spezialitäten. Doch der Verkauf gestaltet sich manchmal schwierig, erzählt Fatima: „Wenn wir am Feierabend noch Essen übrighaben, verteilen wir das hier auf dem Parkplatz an die Menschen. Wir sind einfach froh, den Menschen ein wenig von unserer Kultur zeigen zu können. Vielleicht kommen sie dann beim nächsten Mal zu uns.“
Fatima ist dankbar für eine besondere Freundschaft
Essen wegschmeißen ist für Tahera keine Option. Wenn es Reste gibt, werden die eigenen Familien versorgt: „Wenn wir nichts verkauft haben, bringe ich alles mit nach Hause. Meine Kinder sagen dann: ‚Mama, das ist doch nicht schlimm. Wir haben auch großen Hunger. ‘“
Tahera und Fatima sind dankbar, dass sie ihren Traum in Deutschland leben dürfen und dabei so sehr von ihren Kindern und Partnern unterstützt werden. Doch am meisten freuen sie sich über ihre Freundschaft: „Ich vertraue Tahera blind. Ich bin wahnsinnig dankbar, dass wir uns gefunden haben.“
Mehr Heimat:
„Ich baue Prothesen für Arme und Beine.“
Joahnna arbeitet als Orthopädietechnikerin und baut Prothesen für Menschen, die eine Amputation hinter sich haben.
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