Für mich war der Moment der Diagnose eigentlich so der Moment, wo alles reingebrochen ist. Man kriegt gesagt, du brauchst einen Pflegegrad, du brauchst einen Schwerbehindertenausweis, du musst eine Therapie starten.
Anna und ihr Mann haben zwei Kinder, beide im Schulalter und beide sind autistisch und haben ADHS. Im ersten Moment sieht man den beiden nicht an, wie viel Pflege und Aufwand Anna und ihr Mann für die behinderten Kinder aufbringen müssen. Aber die Betreuung nimmt Anna voll und ganz in Anspruch, sie konnte nach der Geburt nicht wieder in ihren Bürojob zurückkehren.
Nach der Diagnose ist Anna erst mal völlig ratlos. Die Familie muss sich erst mal einen Überblick verschaffen, was die Diagnose für ihre Familie genau heißt. „Die Anpassungen, die wir gemacht haben, wir haben gemerkt, die tun allen in der Familie gut.“ Dann geht die Schulsuche los. Zuerst sieht es so aus, als würde keine Regelschule die Kinder nehmen, bis Anna endlich eine Schule findet, die ihre beiden zudem hochbegabten Kinder annimmt.
Aktuell können die Kinder nicht regelmäßig ins Schulgebäude an sich gehen, ein Kind hat eine Hauslehrerin und nutzt einen Telepräsenz-Roboter. Anna supportet die beiden so gut es geht. Da Anna seit der Geburt nicht mehr in ihrem alten Beruf arbeiten kann, hat sie sich einen Instagram Account aufgebaut, wo sie über ihre Probleme und Herausforderungen mit zwei behinderten autistischen Kindern mit ADHS informiert.
Da kam für mich der Punkt zu sagen, ich will eine Wissensbibliothek schaffen und auch anderen zeigen: ‚Ich bin damit nicht allein.‘
Ihre Community ist unheimlich dankbar, dass sie Anna als erste Anlaufstelle haben, um sich in dem Dschungel an Informationen zu dem Thema zurechtzufinden. In all dem Trubel hat es Anna außerdem geschafft, sich selbst nicht zu verlieren: „Ich habe für mich Freiräume geschaffen, wo ich Ruhe habe, wo ich meine Kraftinseln habe.“ Für die Zukunft wünscht sich Anna vor allem eins:
Niemand muss diese Lebensrealität annehmen, aber es wäre schön, wenn wir einfach nebeneinander existieren könnten und sich alle gegenseitig respektieren.
Kinderfotos im Netz?
Leila aus Meßstetten und Sümeyye aus Friedrichshafen sind sich nicht einig, ob Kinderfotos auf Social Media, wie Instagram, gepostet werden sollten. Beiden geht's aber vor allem um eins: Die Zukunft ihrer Kinder.
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