Blumenladen in Mainz: Seran unterstützt ihre Mutter mit Herz

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Von Autor/in Jule Woll

Als wir für unsere Zufallsbegegnung in Mainz unterwegs sind, kommen wir an einem Blumenladen vorbei. Die Verkäuferin Seran fällt uns sofort durch ihre sympathische Ausstrahlung auf. Als wir mit ihr ins Gespräch kommen, erfahren wir, dass sie eigentlich was ganz anderes gelernt hat:

Ich bin gelernte Sachbearbeiterin, aber das ist ja schon sehr trocken. Trotzdem hat mir mein Beruf sehr Spaß gemacht. Mit Blumen zu arbeiten ist natürlich eine ganz andere Sache, und macht auch mega viel Spaß.

Der Blumenladen gehört ihrer Mutter und Seran möchte sie unterstützen so gut sie kann. Dafür gibt sie sogar ihren vorherigen Job auf. „Meine Mutter ist seit 43 Jahren selbstständig aber diesen Laden hat sie erst vor einem Jahr übernommen. Sie schafft das in dem Spektrum nicht mehr allein und ich möchte sie in den letzten Jahren vor der Rente unterstützen so gut es geht.“

Der Zusammenhalt in der Familie war schon immer groß: „Mein Bruder und ich haben die Ausbildung quasi schon hinter uns, weil wir in Blumenläden groß geworden sind, es war uns immer wichtig, sie als alleinerziehende Mutter zu unterstützen.“

Durch die zentrale Lage des Ladens gibt es viel Laufkundschaft– nicht alle Begegnungen verlaufen dabei respektvoll. Seran erzählt uns auch von erschreckenden Situationen, in denen sie beleidigt und bespuckt wurde. „Ich merke in den letzten Jahren zunehmend Rassismus. Vorher hatte ich diese Erfahrung nie gemacht, aber in den letzten drei Jahren sehr oft.“ Diese Erfahrungen machen ihr Angst, umso mehr bewundern wir ihre positive Ausstrahlung, sie erklärt uns:

Für mich ist es so, dass jeder hier herzlich willkommen ist, auch bei mir persönlich, der mich respektiert, wie ich bin und mir nichts Schlechtes tut.

Seran wünscht sich, dass wir uns alle wieder mit mehr Respekt und Empathie begegnen.

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