Mit einer kleinen Gartenschere in der Handtasche und einem großen Herzen für die Natur zieht Elisabeth regelmäßig über den Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die ehemalige Biologieprofessorin ist mit ihren 92 Jahren eine echte Kämpferin für mehr Grün – und dafür, dass Schönheit und Lebensfreude auch im Alltag Raum finden.
„Unser Leben ist oft so aggressiv, weil es so hässlich ist“, sagt sie, „Deshalb müssen wir unsere Umgebung schöner machen.“ Genau das tut Elisabeth seit vielen Jahren. Sich im Ruhestand einfach nur zurückzulehnen, kam für sie nicht in Frage. Stattdessen begann sie, den Campus mitzugestalten – mit Blumen, Bäumen und Kunst.
Geboren wurde Elisabeth 1932 in Bulgarien. Sie kam zum Studieren nach Deutschland. Hier forschte sie an Fruchtfliegen und konnte an ihnen nachweisen, dass Krebs eine genetische Grundlage hat. In Mainz leitete sie 14 Jahre lang das Institut für Genetik.
Machen statt meckern ist das Motto
Elisabeths Motto ist klar: „Machen statt meckern.“ Für sie kommt es darauf an, selbst aktiv zu werden, anstatt darauf zu warten, dass andere etwas tun. „Wer soll das machen? Jeder sagt: Der Staat soll das machen, die Stadt soll das machen. Aber wenn man es kann, soll man es selber machen.“
Dem Campus fühlt sie sich immer noch verbunden. Besonders dem botanischen Garten. Für den hat sie mehrere Skulpturen gestiftet: „Ich denke, jeder Garten muss auch den Menschen in seinen Fähigkeiten vorführen. Natur sind nicht nur Bäume oder Sträucher. Der Mensch ist ja auch ein Teil der Natur.“
Elisabeth hat noch viel vor. Sie wünscht sich, dass der Campus zu einem beliebten Ausflugsziel für die Mainzer wird. Und sie ist überzeugt:
Die Menschen brauchen Grün in ihrer Umgebung. Das macht das Leben viel freundlicher.
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