Femizid überlebt – Tharaka hatte Todesangst

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Du bist nicht schuld für das, was dir angetan wurde.

Tharakas Eltern flüchten 1983 aus Sri Lanka nach Deutschland. Sie wächst mit ihren Geschwistern in einem kleinen Ort im Schwarzwald auf. Ihre Kindheit ist geprägt von Gewalt: physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt. „In der tamilischen Kultur haben es Frauen generell schwer, schwerer als Männer, und ich denke, dadurch, dass meine Eltern noch aus dem Heimatland diese sehr strengen Geschlechterrollen im Kopf hatten, haben sie dafür gesorgt, dass ich als älteste und einzige Tochter, andere Regeln hatte als meine Brüder.“

Bücher helfen Tharaka als Flucht vor häuslicher Gewalt

Bei der häuslichen Gewalt ist vor allem Tharakas Mutter federführend. Neben der Freiheit, die sie während des Unterrichts in der Schule erlebt, findet sie als Jugendliche in Büchern, Filmen, Musik und Kunst ihren sicheren Ort. „Ich bin all den Menschen so dankbar, die ihre Geschichten aufgeschrieben haben. Menschen aus anderen Kulturen, die geschildert haben, wie sie Gewalt erlebt haben. Das war das erste Mal, dass ich mich selbst gesehen habe. Da habe ich gemerkt: Irgendwas stimmt nicht.“

Nach dem Abitur zieht Tharaka für das Studium in eine andere Stadt und gewinnt ihre Freiheit. Sie genießt das neue Leben, lernt ihren ersten Freund kennen – doch die Vermieterin verrät sie an ihre Eltern. Die Konsequenz: Tharaka wird eingesperrt und überlebt einen Femizidversuch. Sie kann sich befreien.

Kontaktabbruch zur Familie

Heute hat Tharaka keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie. Dank einer Therapie kann sie heute offen über das Erlebte sprechen. Doch abgeschlossen ist die Heilung noch lange nicht. Ihr Wunsch: „Sicherheit darf kein Privileg sein. Jeder Mensch, egal welches Geschlecht, sollte das Recht haben, frei und sicher zu leben.“

Wir haben Tharaka gefragt, wie man Betroffene am besten unterstützen kann: „Verfallt nicht in Aktionismus, sondern überlegt zusammen mit der betroffenen Person, was sie sich wünscht und was sinnvoll ist. Und führt diese Hilfe konsequent durch. Lasst niemanden im Regen stehen.“

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