Wir laufen durch Mainz und entdecken an einer Straßenecke zufällig einen besonderen Kiosk: Neben dem Laden gibt es eine Terrasse mit Tischen und Stühlen. Hier lernen wir Yusra kennen, sie hat den Kiosk vor zwei Jahren eröffnet – für sie ein großer Schritt.
Yusra kam mit 18 Jahren aus dem Irak nach Deutschland, sie ist alleinerziehende Mama von zwei Söhnen. Viele Jahre arbeitete sie im Verkauf, beispielsweise im Blumenladen und einer Bäckerei – doch so richtig zufrieden war sie nicht.
Mein Sohn hat zu mir gesagt: ‚Mama, das kann’s doch noch nicht gewesen sein, du bist nicht zufrieden, warum machst du dich nicht selbstständig?‘
Mit Zweifeln in die Selbstständigkeit gestartet
In dem Laden, in dem Yusra heute ihre eigene Chefin ist, war früher eine Bäckerei, dann stand er 15 Jahre leer. Bevor die 42-Jährige ihn umbaute, war kurzzeitig ein Café und ein anderer Kiosk in den Räumlichkeiten: „Es hat sich nichts lange gehalten. Am Anfang hatte ich Angst, dass es nicht funktioniert, es war ein großes Risiko. Ich musste mir Geld von meiner Familie leihen und dann alles selbst umbauen.“ Yusra startet mit drei Regalen und zwei Kühlschränken – und erweitert nach und nach ihr Sortiment. Heute bietet sie neben vielen Lebensmitteln auch Schreibwaren und Schallplatten an.
Yusras Arbeitstag startet um 8 Uhr, von 10 bis 22 Uhr ist der Kiosk geöffnet – jeden Tag. Meist steht sie bis 18 oder 19 Uhr im Laden, dann unterstützen sie ihre Söhne, wenn sie nach Schule und Uni Zeit haben.
Es hat seine Vor- und Nachteile, der eigene Chef zu sein. Niemand sagt dir, was du tun und lassen kannst. Aber du hast auch nie frei, bist ständig mit dem Kopf beim Laden und machst dir Sorgen.
Stolz und Sorgen wechseln sich ab
Yusra ist stolz auf das, was sie geschafft hat. Und doch bleibt immer die Sorge, wie das Geschäft läuft. „Im Sommer kommen viele Leute, aber im Winter geht ja kaum jemand vor die Tür. Ich wünsche mir immer, dass ich am Ende des Monats keine Sorgen habe.“ Das nächste Projekt ist schon geplant: Im kommenden Jahr soll die Terrasse neben dem Kiosk richtig schön gemacht werden, damit noch mehr Leute kommen und auch dort verweilen.
Magdalena hat Endometriose
Erst nach zwölf Jahren Schmerz wird es Magdalena diagnostiziert: Endometriose. So meistert sie ihren Alltag, geprägt von ihrer Krankheit.
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