Eigene Chefin: Yusra hat sich mit ihrem Kiosk selbstständig gemacht

Yusra hat den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und ihren eigenen Kiosk eröffnet. Doch der Weg dorthin war voller Herausforderungen.

Teilen

Stand
Eine Frau mit braunen Haaren und schwarzem Oberteil lächelt in Kamera. Hinter ihr sind Regale mit Waren.
„Ich habe bei null angefangen, zwei Jahre gekämpft und viel gearbeitet. Ich bin stolz auf das, was ich geschafft habe.“ (Yusra, 42, ist Chefin ihres eigenen Kiosks in Mainz)
Ein Gebäude an einer Straßenecke mit einem Laden.
Bevor Yusra sich mit ihrem eigenen Kiosk selbstständig gemacht hat, arbeitete sie in verschiedenen Jobs im Verkauf. So richtig zufrieden war sie nie – also ermutigt ihr Sohn sie zum Schritt in die Selbstständigkeit.
Eine Frau mit braunen Haaren und schwarzem Oberteil steht hinter einer Ladentheke und schreibt.
„Am Anfang hatte ich Angst, wie die Arbeit im Kiosk sein würde, auch als Frau alleine. Aber jetzt kenne ich die Nachbarschaft – und die ist toll. Die Kundschaft spiegelt mir auch, dass es ihnen total gefällt.“

Wir laufen durch Mainz und entdecken an einer Straßenecke zufällig einen besonderen Kiosk: Neben dem Laden gibt es eine Terrasse mit Tischen und Stühlen. Hier lernen wir Yusra kennen, sie hat den Kiosk vor zwei Jahren eröffnet – für sie ein großer Schritt.

Yusra kam mit 18 Jahren aus dem Irak nach Deutschland, sie ist alleinerziehende Mama von zwei Söhnen. Viele Jahre arbeitete sie im Verkauf, beispielsweise im Blumenladen und einer Bäckerei – doch so richtig zufrieden war sie nicht.

Mein Sohn hat zu mir gesagt: ‚Mama, das kann’s doch noch nicht gewesen sein, du bist nicht zufrieden, warum machst du dich nicht selbstständig?‘

Mit Zweifeln in die Selbstständigkeit gestartet

In dem Laden, in dem Yusra heute ihre eigene Chefin ist, war früher eine Bäckerei, dann stand er 15 Jahre leer. Bevor die 42-Jährige ihn umbaute, war kurzzeitig ein Café und ein anderer Kiosk in den Räumlichkeiten: „Es hat sich nichts lange gehalten. Am Anfang hatte ich Angst, dass es nicht funktioniert, es war ein großes Risiko. Ich musste mir Geld von meiner Familie leihen und dann alles selbst umbauen.“ Yusra startet mit drei Regalen und zwei Kühlschränken – und erweitert nach und nach ihr Sortiment. Heute bietet sie neben vielen Lebensmitteln auch Schreibwaren und Schallplatten an.

Yusras Arbeitstag startet um 8 Uhr, von 10 bis 22 Uhr ist der Kiosk geöffnet – jeden Tag. Meist steht sie bis 18 oder 19 Uhr im Laden, dann unterstützen sie ihre Söhne, wenn sie nach Schule und Uni Zeit haben.

Es hat seine Vor- und Nachteile, der eigene Chef zu sein. Niemand sagt dir, was du tun und lassen kannst. Aber du hast auch nie frei, bist ständig mit dem Kopf beim Laden und machst dir Sorgen.

Stolz und Sorgen wechseln sich ab

Yusra ist stolz auf das, was sie geschafft hat. Und doch bleibt immer die Sorge, wie das Geschäft läuft. „Im Sommer kommen viele Leute, aber im Winter geht ja kaum jemand vor die Tür. Ich wünsche mir immer, dass ich am Ende des Monats keine Sorgen habe.“ Das nächste Projekt ist schon geplant: Im kommenden Jahr soll die Terrasse neben dem Kiosk richtig schön gemacht werden, damit noch mehr Leute kommen und auch dort verweilen.

Mannheim

Liebe am Arbeitsplatz: Bärbel und Hermann lernen sich in Bäckerei kennen

Aus Arbeitskollegen wurde ein Liebespaar: Bärbel und Hermann sind jetzt 65 Jahre verheiratet. Bei der Arbeit in der Bäckerei haben sie sich kennengelernt. Sie verraten uns ihr Liebesgeheimnis.

Heidelberg

40 Jahre Ehe: Julia und Gunar sind verliebt wie am ersten Tag

Julia (74) und Gunar (82) sind seit 40 Jahren verheiratet. Wie sie sich kennengelernt haben und wieso Julia ihren heutigen Mann zuerst nicht sympathisch fand, haben sie uns erzählt.

Das Heimat-Team stellt sich vor

Heimat Team