Pflegeheime sind sehr teuer, das kann fast niemand mit der Durchschnittsrente in Deutschland leisten. Wer 45 Jahre arbeitet und dann auf die Sozialhilfe angewiesen ist – das ist ein Skandal. Das hat auch was mit Menschenwürde im Alter zu tun.
Ursula ist durch Post-Covid und eine Lungenfibrose zum Pflegefall geworden
Roland Sings Frau Ursula (85) ist krank. Sie hat Post-Covid und eine Lungenfibrose. Dadurch ist sie auf Hilfe angewiesen, doch sie hat noch ihr Hobby basteln: „Das macht sehr viel Spaß, weil das kann ich noch machen.” Roland betreut seine Frau, dabei wird er von einem Pflegedienst und einer Haushaltskraft unterstützt.
Roland Sing wünscht sich ein Auffangsystem für pflegende Angehörige und mehr Menschlichkeit von Pflegekasse und Pflegestützpunkt
Wenn Roland Ursula nicht mehr pflegen kann, erklärt er, „müsste meine Frau ins Pflegeheim, stationär. Aber das Ganze bei uns ist noch zu meistern, weil ich stabil und zum Glück gesund bin. Wenn es so bleibt, ist gut. Aber ich würde ruhiger schlafen, wenn klar wäre, was passiert, wenn ich ausfalle. Ich habe die Sorge, es kann morgen anders sein – ich weiß ja, wie alt ich bin. Und ich würde mir auch wünschen, dass mal jemand anruft, von der Pflegekasse oder dem Pflegestützpunkt, der Leistungen bewilligt und fragt: Wie gehts denn?”
Die Themen Pflegeheim und Pflegesituation gehört bei Roland und Ursula zum Alltag
Das Thema Pflege und Gesundheit hat lange zu Roland Sings Arbeitsalltag gezählt. Er war Landeschef der AOK und stand an der Spitze des Sozialverbandes VDK. Und auch wenn er und Ursula bisher gut zurechtkommen, sprechen sie über das Thema Pflegeheim, erzählt Roland. „Wir haben uns auch vor drei Jahren zum betreuten Wohnen angemeldet, bei uns in der Nähe. Wir haben aber auch die Situation erörtert: Wie wäre das, wenn wir eine Pflegekraft im Haus hätten? Da sind wir von der Räumlichkeit und von der finanziellen Seite her in der Lage. Aber die Frage ist: Kommen wir damit klar, dass 24 Stunden eine fremde Person bei uns im Haus ist? Und solange das nicht sein muss, ziehen wir das jeden Tag durch, wie es jetzt geht.”
Roland macht es auch gern für seine Frau: „Solange es meiner Frau dabei gut geht, habe ich auch den Eindruck, dass es für sie richtig ist, solange bleiben wir auf diesem Stand.”
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