Pflege im Alter: Roland (84) betreut seine kranke Frau Ursula (85) zu Hause

Teilen

Stand

Von Autor/in Sebastian Schley

Pflegeheime sind sehr teuer, das kann fast niemand mit der Durchschnittsrente in Deutschland leisten. Wer 45 Jahre arbeitet und dann auf die Sozialhilfe angewiesen ist – das ist ein Skandal. Das hat auch was mit Menschenwürde im Alter zu tun. 

Ursula ist durch Post-Covid und eine Lungenfibrose zum Pflegefall geworden 

Roland Sings Frau Ursula (85) ist krank. Sie hat Post-Covid und eine Lungenfibrose. Dadurch ist sie auf Hilfe angewiesen, doch sie hat noch ihr Hobby basteln: „Das macht sehr viel Spaß, weil das kann ich noch machen.” Roland betreut seine Frau, dabei wird er von einem Pflegedienst und einer Haushaltskraft unterstützt. 

Roland Sing wünscht sich ein Auffangsystem für pflegende Angehörige und mehr Menschlichkeit von Pflegekasse und Pflegestützpunkt

Wenn Roland Ursula nicht mehr pflegen kann, erklärt er, „müsste meine Frau ins Pflegeheim, stationär. Aber das Ganze bei uns ist noch zu meistern, weil ich stabil und zum Glück gesund bin. Wenn es so bleibt, ist gut. Aber ich würde ruhiger schlafen, wenn klar wäre, was passiert, wenn ich ausfalle. Ich habe die Sorge, es kann morgen anders sein – ich weiß ja, wie alt ich bin. Und ich würde mir auch wünschen, dass mal jemand anruft, von der Pflegekasse oder dem Pflegestützpunkt, der Leistungen bewilligt und fragt: Wie gehts denn?” 

Die Themen Pflegeheim und Pflegesituation gehört bei Roland und Ursula zum Alltag

Das Thema Pflege und Gesundheit hat lange zu Roland Sings Arbeitsalltag gezählt. Er war Landeschef der AOK und stand an der Spitze des Sozialverbandes VDK. Und auch wenn er und Ursula bisher gut zurechtkommen, sprechen sie über das Thema Pflegeheim, erzählt Roland. „Wir haben uns auch vor drei Jahren zum betreuten Wohnen angemeldet, bei uns in der Nähe. Wir haben aber auch die Situation erörtert: Wie wäre das, wenn wir eine Pflegekraft im Haus hätten? Da sind wir von der Räumlichkeit und von der finanziellen Seite her in der Lage. Aber die Frage ist: Kommen wir damit klar, dass 24 Stunden eine fremde Person bei uns im Haus ist? Und solange das nicht sein muss, ziehen wir das jeden Tag durch, wie es jetzt geht.”  

Roland macht es auch gern für seine Frau: „Solange es meiner Frau dabei gut geht, habe ich auch den Eindruck, dass es für sie richtig ist, solange bleiben wir auf diesem Stand.” 

Stuttgart

„Nur nicht ins Pflegeheim” – Deshalb lebt Sofia mit 90 Jahren in einer WG in Stuttgart mit acht anderen pflegebedürftigen Menschen

Sofia ist 90 Jahre alt und lebt in einer WG in Stuttgart-Giebel, einer Pflege-WG. Ein Zuhause für Menschen, die nicht (mehr) allein zurechtkommen, aber nicht ins Pflegeheim wollen.

„Das war für mich sonnenklar, dass das mein Beruf ist.” Deshalb liebt Caroline ihren Job in der Pflege.

Caroline lebt seit 1985 in Tübingen und arbeitet seit 40 Jahren in der Pflege. Sie hat uns erzählt, was sie an ihrem Beruf liebt und was sie für die Rente plant. 

Ahrtal

Harald repariert mit seinem Team wichtige Maschinen und Motoren im Ahrtal

Harald aus Gronau hat zu Hause alles stehen und liegen gelassen und ist mit seinem Team und seinem 40 Tonnen Werkstatt-Truck ins Ahrtal zum Helfen gefahren, um Maschinen und Motoren zu reparieren.

Mainz

Ein Leben zwischen zwei Kulturen: Songüls Reise zu sich selbst

Schon als junges kurdisches Mädchen will Songül vor allem deutsch sein. Erst nach Jahrzehnten der Identitätssuche findet sie zu sich selbst.

Das Heimat-Team stellt sich vor

Heimat Team