Ich habe das genossen, dass die Kinder einfach klar sind und direkt sind. Und sie sind, wie sie sind. Da ist nichts verstellt, da ist nichts gekünstelt.
Als Wunschoma werden Erinnerungen geschaffen
Die Idee dazu kam eher zufällig. Eine Bekannte von Adelheid berichtet ihr von dem Konzept der Leih- und Wunschgroßeltern: Familien, die sich Großeltern wünschen und ältere Menschen, die Zeit und Lust haben, werden zusammengebracht. Für Adelheid ist schnell klar: Das ist genau ihr Ding. „Ich war neugierig und bin mitgegangen – und hängengeblieben.“
Auch wenn es kein Ausschlusskriterium ist, bereits Oma oder Opa zu sein, gibt es bei den Wunsch-Großeltern eine lange Warteliste. Denn oft geht es nicht nur um Unterstützung bei der Betreuung, sondern um Nähe, Verlässlichkeit und gemeinsame Erinnerungen. Adelheid weiß, wie sehr das entlasten kann: „Dadurch, dass beide Eltern oft arbeiten gehen. Die Miete und alles muss bezahlt werden. Es muss im Endeffekt das Gehalt stimmen, dann geht die Mama also auch arbeiten. Da ist es schwierig: Die Kinder müssen untergebracht werden, und die Kitas haben nicht bis 17 Uhr geöffnet.“
Herzenswärme ist die Hauptsache
Adelheid selbst hat viel Zeit mit ihrem Opa und ihrer Oma verbracht. „Ich bin bei den Großeltern aufgewachsen, da war sowieso alles easy.“ Dieses Gefühl versucht sie in der Familie weiterzugeben. Eine Altersgrenze gibt es bei den Wunsch-Großeltern übrigens nicht. Wichtiger sind Qualitäten, die man nicht lernen kann: Geduld, Freude am Spielen mit den Kindern und ganz viel Herzenswärme. Und diese Wärme spüren die Kinder bei Adelheid sofort, denn sie begegnet ihnen mit viel Liebe und Verständnis. „Es ist einfach so herrlich, wenn man mit den Kindern umgeht, dass man genau weiß: Jetzt sagen sie das, auch wenn es mal nicht so doll ist. Da kommen auch mal Sprüche raus.“
Adelheid Kohl und Heidemarie Bohn sind Wunschgroßeltern aus Stuttgart
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