Die Wurzeln, die ich habe, das, was mir mitgegeben wurde von meiner amerikanischen Seite – das habe ich noch in mir, das lebe ich auch.
Deutschland und USA: David berichtet über seine Kindheit
Davids Kindheit ist ein ständiges Hin und Her. Seine Eltern sind Amerikaner. Als sein Vater in Deutschland stationiert ist, wird David im Militärkrankenhaus in Bad Cannstatt geboren. Nach dem Wehrdienst seines Vaters zieht seine Familie zurück nach Marietta, Ohio. Als David 3 Jahre ist, trennen sich seine Eltern. Er zieht daraufhin mit seiner Mutter wieder nach Deutschland, wo auch seine Großmutter mütterlicherseits lebt: „Meine Mutter hat mir diesen amerikanischen Weg mitgegeben. Und meine Urgroßmutter den ganz traditionellen schwäbischen.”
Davids Suche nach seiner Identität und Zugehörigkeit
Mit 12 Jahren fliegt David alleine nach Amerika, um seinen Vater und dessen neue Familie zu besuchen. „Meine Großeltern väterlicherseits haben immer Kontakt gehalten, damals per Brief. Auch da fragt man sich irgendwann: Was ist da eigentlich? Ich kenn sie ja nur von Bildern und Briefen und Erzählungen”, erinnert sich David. „Als ich wieder nach Deutschland kam, hat man viel zu erzählen. Aber es gab nie wirklich noch mal diesen engen Kontakt. Das war ein Moment in meinem Leben, wo ich mich schon gefragt habe: Wo gehöre ich hin?”
European League of Football (ELF): Football auch in Stuttgart
Während dieser Zeit findet David durch Football eine Verbindung zu seinen amerikanischen Wurzeln. David wurde von seinem Cousin für die Pittsburgh Steelers begeistert: „Ich bin im Steelers Nation Germany Fanclub wegen der Community und das finde ich toll. Aber die Mitglieder sind in ganz Deutschland verteilt, man sieht sich leider nicht so oft.” In Deutschland ist er beim Offiziellen Fanclub (OFC) der Stuttgart Surge aktiv.
Freizeitaktivitäten mit Kind: Football als Vater-Tochter-Leidenschaft
Davids Herz schlägt bei der National Football League (NFL) für die Pittsburgh Steelers. Seine Football-Leidenschaft teilt David zusammen mit seiner 13-jährigen Tochter Amy. Sie besuchen gemeinsam die Spiele der Stuttgart Surge: „Amy war hier bei jedem Heimspiel dabei und hat genauso Freunde gefunden. Sie hat auch viel mit den Spielern gesprochen. Also meine Tochter ist da Feuer und Flamme”, erklärt David stolz.
Football vs. Fußball: Football is Family
Beim OFC trifft sich David mit den anderen Mitgliedern zu den Spielen, aber auch privat, z. B. zum Tailgating. Beim Tailgating treffen sich Football-Fans bereits ein paar Stunden vor dem Spielbeginn auf den Parkplätzen und essen und trinken etwas zusammen: „Man trifft sich auch mal außerhalb vom Football miteinander und man redet über alles. Es hat sich dazu entwickelt, dass da eine Verbundenheit ist, die über den Football hinausgeht. Und das finde ich toll: Der Sport hat uns als Gruppe zusammengeführt und jeder sagt eigentlich: Es ist eine Familie.”
Ich war eine Zeit lang beim Fußball. Als ein Spiel vorbei war und aus dem Nichts sich Leute einfach die Köpfe eingeschlagen haben, habe ich mich rausgenommen. Ich gehe ins Stadion, um einen schönen Tag zu haben und nicht um Angst zu haben, was dann passiert, wenn sie verlieren.
David über sein Ehrenamt beim Offiziellen Fanclub der Stuttgart Surge
David engagiert sich zusätzlich für den Football: Er ist beim OFC der Mitgliederbeauftragte. „Hier beim OFC habe ich alle liebgewonnen! Und ich habe gesagt: Da möchte ich mitmachen, das wird aufgebaut und ich möchte ein Teil davon sein. Einfach, um für die Leute da zu sein und eine Funktion zu erfüllen.”
Doku-Reihe zum Super Bowl 2024: Touchdown — Kampf um die Playoffs
Mehr zum Thema Football und die Stuttgart Surge erfährst du in der ARD-Mediathek in der 5-teiligen Doku-Serie „Touchdown – Kampf um die Playoffs”.
Doku-Serie „Touchdown – Kampf um die Playoffs“
Fünfteilige SWR Doku über das Heldenstück des American Footballteams Stuttgart Surge, das es vom Schlusslicht bis in die Playoffs schafft. Ab 8. Februar 2024 in der ARD Mediathek.
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