„Und plötzlich fallen mir die Haare aus, das war ein Schock. Ich habe komplett meine Optik verloren. Man sieht schlimm aus: bleich, käsig und mit Augenringen. Ich habe mich nicht mehr getraut, rauszugehen – das war nicht mehr ich.“
2012 erhält Carmen die Diagnose Brustkrebs. „Meine größte Angst war, dass ich jetzt von dieser Welt gehen muss und dass meine Kinder dann allein sind. Und deswegen habe ich angefangen zu kämpfen.“ Carmen bekommt eine Chemotherapie.
Haarausfall durch Chemo – was hilft?
Sie bekommt ein Rezept für eine Perücke und sucht sich einen Friseur. „Ich musste dafür meine Wohnung verlassen und in den Salon gehen. Das war für mich ein Gräuel. Er hat mir die letzten Haarbüschel abrasiert, und ich habe nur geweint – da ist mir erst bewusst geworden, wie wichtig mir meine Haare sind. Ich hatte keine besonders tollen Haare, aber immerhin hatte ich Haare!“
„Als er mir die Perücke aufgesetzt hat, dachte ich: Jetzt ist es gut. Ich habe mich wieder wohlgefühlt und traute mich wieder unter die Leute. Ich war auch froh um meine Kinder – mit der Perücke wurden sie nicht tagtäglich daran erinnert, wie krank ich eigentlich bin.“ Sie übersteht die Krebsbehandlung. Heute geht es Carmen wieder besser. Sie will anderen Frauen helfen, die in einer ähnlichen Situation sind.
Selbstständigkeit: Perückenmacherin
Mit Hilfe ihres Sohnes David macht sie sich selbstständig als mobile Zweithaar-Friseurin. „Ich will anderen Frauen ersparen, dass sie dafür ihr Zuhause verlassen müssen. Ich weiß, was sie durchmachen, und ich weiß, wie sie sich fühlen.“ Carmen fährt zu den krebskranken Personen nach Hause, hilft ihnen dort, die passende Perücke zu finden, und passt sie dann nach ihren Wünschen an. „Es macht mich glücklich zu sehen, wie sie sich freuen.“
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