Anfang Juli bekommt Jagdpächterin Julia einen Anruf der Polizei, dass ein Frischling mutterseelenallein an einer befahrenen Landstraße steht. „Knurzi habe ich kennengelernt als kleines hilfloses Schweinchen, was wahrscheinlich auch nicht überlebt hätte.“
Sie nimmt das kleine Schwein mit nachhause und zieht es groß. Zunächst wohnt es bei den Kaninchen. Doch das Wildschwein-Mädchen wächst schnell und zieht bald um in ihr eigenes Reich: die ehemalige Räucherkammer auf dem Hofgut. Mit viel Platz, Stroh und Reifenschaukel.
Wildschwein-Mädchen Knurzi weiß, was es will
Eigentlich sollte Knurzi Paulina heißen. Doch das war ihrem Frauchen zu brav. „Es knurzt und meckert rum. Da kommt der Name auch her, wenn es seinen Willen nicht kriegt. Oder wenn es bei einem sein will und es geht im Moment nicht, weil die Tür zu ist. Oder es möchte was essen und es gibt gerade nicht. Dann knurzt es so rum. Da kam ich irgendwie auf Knurzi.“
Ich bin wohl die neue Mama, ja. Zumindest verfolgt es mich immer auf Schritt und Tritt. Leider immer an der Leine wegen der Pferde hier. Die haben wirklich Angst vor dem Schwein, da muss ich immer ein bisschen aufpassen.
Freundschaft fürs Leben
Knurzi ist neugierig und gelehrig. Mittlerweile ist das Wildschwein die Attraktion auf dem Hof. Obwohl Julia an Knurzi hängt, überlässt sie es dem Wildschwein, wie lange es bei ihr und ihrer Familie bleiben möchte. „Wenn das Schwein jetzt beschließt 'Okay, ich will im Wald bleiben', dann ist das für mich auch in Ordnung. Ich möchte, dass es dem Schwein gut geht."
Und wenn Knurzi bleiben will, ist das für Julia auch okay. Bis zu 20 Jahre alt können Wildschweine werden. Eine echte Freundschaft fürs Leben.
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