Konzert · Schwerpunkt Orfeo

Die Frau an seiner Seite – Eurydike

Residenzkünstler Jörg Halubek und sein Barockorchester il Gusto Barocco setzen in diesem Konzert eine mythologische Randfigur ins Zentrum: Orpheus’ Gattin Eurydike.

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Stand
Datum
Beginn

Einführungsgespräch mit Jörg Halubek: 18.30 Uhr, Kammermusiksaal
Adresse
Rokokotheater
Schloss Schwetzingen
68723 Schwetzingen
Tickets
Programm
Giulio Caccini 
„Amarilli, mia bella“, Arie aus „Le nuove musiche“ 
 
Barbara Strozzi 
„Amor dormiglione“, Arie aus „Ariette e Duetti“ op. 2 
 
Claudio Monteverdi 
„Quel sguardo sdegnosetto“, Scherzo SV 247 aus „Scherzi musicali a una e due voci“ 
 
Biagio Marini 
„Sonata sopra Fuggi dolente core“ aus „Diversi generi di Sonate, da chiesa, e da camera“ op. 22 
 
Barbara Strozzi 
„Lagrime mie“, Lamento aus „Diporti di Euterpe, overo Cantate e ariette a voce sola“ op. 7 
 
Biagio Marini 
Sinfonia grave „La Zorzi“, Nr. 6 aus „Affetti musicali, symphonie, canzon, sonate, balletti, arie, brandi, gagliarde e Correnti“ op. 1 
 
Claudio Monteverdi 
„Io non dirò qual sia la pena del morire“, Arie der Eurydike aus „L’Orfeo“. Favola in musica in einem Prolog und 5 Akten SV 318 
 
Carlo Gesualdo 
„Moro, lasso al mio duolo“, Madrigal Nr. 17 aus dem 6. Buch der Madrigale 
 
Tarquinio Merula 
„Ballo detto Eccardo“ aus „Canzoni overo Sonate concertate per chiesa e camera“ op. 12 
 
Francesco Cavalli 
„Volgi, deh volgi il piede“, Arie aus „Gli amori d’Apollo e di Dafne“. Oper in einem Prolog und 3 Akten 
 
Giovanni Battista Fontana 
Sonate Nr. 7 aus „Sonate á 1, 2, 3 per il violino, o cornetto, fagotto, chitarone, violoncino o simile altro istromento“ op. post. 
 
Barbara Strozzi 
„Che si può fare“ aus „Arie voce sola“ op. 8

sowie Texte u. a. von 
Ovid, Vergil, Gaspara Stampa sowie weiteren Dichterinnen aus Renaissance und Barock
Mitwirkende
Jiayu Jin Sopran 
N. N. Sprecherin 

IL GUSTO BAROCCO 
Jörg Halubek Leitung 

Orpheus kennen wir gut. Von ihm erzählen unter anderem zahlreiche Opern; eine der prominentesten unter ihnen, Monteverdis L’Orfeo, führen der Residenzkünstler Jörg Halubek und sein Ensemble il Gusto Barocco am 2. und 3. Mai bei den Schwetzinger SWR Festspielen auf. Doch was ist eigentlich mit Eurydike, seiner Frau? Die antike Sage von Orpheus erzählt davon, dass sie nach einem tödlichen Schlangenbiss in der Unterwelt landete. Vergebens versuchte ihr Gatte, sie von dort wieder zurückzuholen. Deshalb ist anzunehmen, dass sich die Nymphe noch heute im Hades langweilt. Überhaupt hat sie in diesem antiken Männer-Mythos das Heft des Handelns nie in der Hand. Jetzt aber ist Schluss damit, denn in diesem Konzert dreht sich alles um Eurydike: Der hier vollzogene Perspektivwechsel ist lange schon überfällig. Zu erleben ist eine Hommage an eine mythologische Randfigur, getragen von hochempathischen Werken des Frühbarock aus der Feder von Komponisten-Größen wie Jacopo Peri, Giulio Caccini und Marco da Gagliano. Sogar Monteverdi selbst hat Eurydike Musik zugedacht, und il Gusto Barocco bestätigt mit diesem spannenden Programm wieder einmal seinen Ruf als Labor der historisch informierten Aufführungspraxis.