Es waren zwei Gegentore der Kategorie "komplett unnötig": Beim 2:2 (2:1) des 1. FC Heidenheim bei Arminia Bielefeld patzte zunächst beim 1:0 für die Gastgeber FCH-Keeper Thomas Dähne. Der 32-Jährige faustete eine Bielefelder Ecke gegen den Hinterkopf seines Mitspielers Budu Zivzivadze, von wo aus die Kugel Joel Grodowski vor die Füße fiel, der mit einem satten Linksschuss zur Führung für die Arminia traf (13. Minute). Und beim 2:2-Ausgleich für die Ostwestfalen in der zweiten Hälfte fälschte Abwehrspieler Julian Niehues den 25-Meter-Schuss von Felix Hagmann unglücklich ab (55.).
Zahlen sprechen eine klare Sprache
So gab es für den Bundesliga-Absteiger auf der Alm lediglich einen statt der drei möglichen Zähler, die aufgrund der Spielanteile und der Torchancen auch verdient gewesen wären. 2,52 zu 0,49 lautete die xGoals-Wahrscheinlichkeit nach der Partie zugunsten des Gastes von der Schwäbischen Alb. 14:6 lag der FCH in der Torschussbilanz vorne.
Frank Schmidt: "Hätten zwingend das dritte Tor machen müssen"
Dementsprechend ordnete Heidenheims Trainer Frank Schmidt die Partie ein. "Ich kann mich an kein Zweitligaspiel erinnern, in dem wir den Gegner so an die Wand und so viele Chancen herausgespielt haben wie heute", analysierte der 52-Jährige am ARD-Mikrofon. Ein Novum also, auf das er sicher gerne verzichtet hätte. "Wir haben deutlich zu wenig Tore gemacht. Wir hätten zwingend das 3:1 erzielen müssen. Wir müssen uns heute ärgern, weil wir zwei Punkte liegen gelassen haben."
In der Tat spielte nach dem Rückstand durch Grodowksi nur noch der FCH. Und er belohnte sich auch. Zunächst verwandelte Zivzivadze nach einer halben Stunde einen Foulelfmeter zum Ausgleich, ehe Paul Hennrich die überfällige Führung erzielte (45.+3). Der Neuzugang aus Hoffenheim schlenzte den Ball von der Strafraumkante sehenswert ins lange Eck - ein echtes Traumtor. Der Ausgleich durch Hagmanns Treffer zum 2:2 (55.) war glücklich und aus Sicht des Bundesliga-Absteigers komplett unnötig.
Heidenheim geht als Dritter in die Länderspielpause.
Klar ist aber: Die Richtung stimmt beim 1. FC Heidenheim. Nach 15 Gegentoren in den ersten vier Pflichtspielen der neuen Saison, inklusive der Pokal-Blamage beim Regionalligisten SSV Jeddeloh II (2:5), ist der Turnaround längst geschafft. Vier Wochen später sieht die Welt komplett anders aus. Auf die Partie gegen Jeddeloh II ließ das Schmidt-Team zehn Punkte aus vier Spielen in der 2. Liga folgen. Der FCH geht als Dritter in die dreiwöchige Länderspielpause.
Und genau deshalb gelte es, die positiven Aspekte aus dem Bielefeld-Spiel mitzunehmen - und nach dem Break an die Leistung von der Alm anzuknüpfen. "Wir wollen nicht enttäuscht sein über das Spiel und die Art und Weise, wie wir gespielt haben", bilanzierte Schmidt schließlich. "Wir können nur enttäuscht sein über das Ergebnis, weil es überhaupt nicht zum Spiel passt."