Der Fußball ist bekanntermaßen ein kurzlebiges Geschäft. Auch in Heidenheim. Noch vor wenigen Wochen hingen sportlich gesehen dicke, dunkle Wolken und mächtige Negativ-Schlagzeilen über dem dortigen Schlossberg. Die 1:4-Niederlage bei Hertha BSC und vor allem die 2:5-Pokalpleite beim Regionalligisten Jeddeloh II hatten Mitte August die Stimmung beim FCH schwer gedrückt.
Das Momentum auf Heidenheimer Seite
Jetzt, Mitte September, scheint über Heidenheim wieder kräftig die Fußball-Sonne. So schnell kann`s gehen: drei Siege in Serie in der Liga, das Team von Trainer Frank Schmidt hat es sich mit immerhin zwölf Punkten aus fünf Spielen in der Spitzengruppe auf Relegationsplatz drei eingerichtet.
"Vor ein paar Wochen war das Momentum nicht auf unserer Seite. Trotzdem haben wir danach die Spiele gewonnen. Da sollte man jetzt nicht so viel hineininterpretieren", sagt der FCH-Trainer vor dem Gastspiel am Sonntag (13:30 Uhr) bei Arminia Bielefeld: "Auf der ‚Alm‘ ist es nie einfach. Wir wissen schon, dass wir auf einen Gegner treffen, der unbedingt drei Punkte holen will, vor allem vor der langen Länderspielpause". Jetzt ist dieses unkalkulierbare Momentum, ein Mythos im Sport, dieser so wichtige positive Impuls plötzlich wieder auf Heidenheimer Seite.
FCH-Defensive hat sich stabilisiert
Was es braucht in der Traditionsspielstätte in Ostwestfalen, ist vor allem eine starke Heidenheimer Defensive, wie zuletzt beim 1:0 in Fürth und beim 1:0 daheim gegen Holstein Kiel: "Wir brauchen eine sehr gute Leistung und müssen sehr stabil agieren, wie in den letzten zwei Spielen, um auch da etwas mitzunehmen."
Nach satten 15 Gegentreffern in den ersten vier Pflichtspielen konnte sich der Abwehrriegel um Kapitän Patrick Mainka zuletzt wieder erstaunlich festigen und war die Basis der letzten beiden Zu-Null-Spiele. Vor allem der neue Torhüter Thomas Dähne, er kam im Sommer eigentlich als Backup für U21-Nationalkeeper Frank Feller von 1860 München, zeigte sich dabei als routinierter Rückhalt.
Im Angriff fällt in Bielefeld Neuzugang Marcel Costly aus, der frühere Ingolstädter fehlt wegen einer Muskelverletzung.
Ex-Heidenheimer Behrens im Nationalteam
Apropos, wie schnell es manchmal im Fußball gehen kann: Hennes Behrens wurde am Donnerstag vom neuen Bundestrainer Jürgen Klopp in den Kader der Nationalmannschaft berufen. Erst in der vergangenen Rückrunde etablierte sich die 21-jährige Leihgabe aus Hoffenheim mit starken Auftritten im Trikot des 1.FC Heidenheim in der Bundesliga. Seit Sommer trägt der quirlige Linksverteidiger das Trikot des FC Augsburg.