Fußball | Bundesliga

1. FC Heidenheim: Jubel vor dem Spiel, Frust danach

Der 1. FC Heidenheim muss sich zum Auftakt der Bundesliga mit einer Niederlage gegen den VfL Wolfsburg abfinden. Dabei gab es vor Anpfiff großen Grund zur Freude.

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Von Autor/in Michael Richmann

"Es ist scheiße. Muss ich ehrlich sagen. Es ist komplett scheiße", fasste Leonardo Scienza die Gefühlslage des 1. FC Heidenheim nach der 1:3-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg zusammen. Da konnte auch sein Traumtor zum zwischenzeitlichen 1:1 (29. Minute) die Laune nicht nachhaltig aufhellen. Denn Andreas Skov Olsen (20.), Mattias Svanberg (66.) und Mohammed Amoura (87.) zeigten dem FCH am Samstagnachmittag deutlich die Grenzen auf.

"Wir sind in alte Muster zurückgefallen", kritisierte Kapitän Patrick Mainka, "wir haben es kaum geschafft, Druck auf den Ball zu bekommen. Wolfsburg hat immer wieder freie Räume gefunden und wir wurden auseinandergezogen". Chefcoach Frank Schmidt teilte Mainkas Analyse: "Das ist ehrlich und alarmierend zugleich." Er forderte von seinen Spielern mehr Mut und Leidenschaft: "Wir müssen als Mannschaft viel besser agieren, zusammenspielen und zusammen verteidigen. Und wenn man das nicht tut, sieht man, wie die Spiele dann ausgehen."

Nur Leonardo Scienza zeigte Bundesliga-Form

Dass Heidenheim mit einem 1:1 in die Pause ging, sprach in seinen Augen nicht für eine ausgeglichene erste Halbzeit: "Der Start des Spiels war nicht gut, darum sind wir nachher in Passivität verfallen. Nur durch die Einzelleistung von Leonardo Scienza kommen wir zurück ins Spiel, so ehrlich müssen wir sein." Sein Fazit: "Schon in der ersten Halbzeit war es nicht gut. Und in der zweiten war es noch schlechter." Heidenheim hat nun eine Woche Zeit, um sich wieder aufzurichten. Denn am kommenden Samstag muss das Team zum "Frust-Duell" bei RB Leipzig. Die Sachsen hatten ihr Auftaktspiel bereits am Freitag mit 0:6 beim FC Bayern München verloren.

Heidenheim verlängert mit Kapitän Mainka

So kam es, dass die Heidenheimer eigentlich nur vor dem Anpfiff richtig Grund zum Jubeln hatten. Denn Kapitän Patrick Mainka hat bekanntgegeben, dass er seinen Vertrag um weitere zwei Jahre verlängert. Der Abwehrspieler ist damit bis 2029 an den FCH gebunden. "Die Bedeutung des Vereins ist einfach riesig für mich. Hier konnte ich mir meinen Traum von der Bundesliga erfüllen." Zudem wollte er mit der Vertragsverlängerung ein Zeichen setzen: "Trotz des Spiels heute glaube ich, dass wir in der Lage sind, Bundesliga zu spielen und wieder die Klasse zu erhalten." Und Mainka hat mit Heidenheim noch große Ambitionen: Heidenheim in der Bundesliga zu etablieren, "das ist das Ziel für die nächsten Jahre".