Bundesliga

Sieg gegen den Hexenschuss - Heidenheim sendet Signal im Abstiegskampf

Nach 15 Spielen ohne Sieg hat der 1. FC Heidenheim gegen Union Berlin ein Lebenszeichen aus dem Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga gesendet. Schmerzen bereitet Trainer Frank Schmidt nur sein Rücken.

Teilen

Stand

Von Autor/in Johannes Holbein

Die Arbeitswoche ging für Frank Schmidt, den Trainer des 1. FC Heidenheim, alles andere als erfreulich los. Am Dienstag erlitt der 52-Jährige laut eigenen Angaben einen Hexenschuss. Nicht auf dem Trainingsplatz, sondern beim Einräumen des Geschirrspülers. "Ich traue es mich fast nicht zu sagen, aber es ist reingefahren, da kämpfe ich schon ein paar Tage damit", sagte Schmidt nach dem 3:1 (2:0) gegen Union Berlin. Während der Bundesliga-Partie am Samstagnachmittag hatte er sich immer wieder an den Rücken gefasst. Aber: "Das Ergebnis, das Spiel heute wird zur Besserung beitragen", sagte er zufrieden.

Heidenheim beendet die Sieglos-Serie

126 Tage musste der 1. FC Heidenheim auf einen Bundesliga-Sieg warten. Oder um es mit einer anderen Zahl auszudrücken: 15 Spiele in Folge konnten das Team von Schmidt nicht mehr gewinnen, zehn Partien gingen sogar verloren. Der letzte Erfolg war am Nikolaustag 2025, ein 2:1 gegen den SC Freiburg. "Das ist eine brutal lange Zeit, ein Spiel nicht zu gewinnen. Dieses Gefühl braucht man immer wieder, um sich zu belohnen, heute ist es endlich mal wieder gelungen", sagte Schmidt.

Frank Schmidt: "Verpflichtung, bis zum Schluss zu kämpfen"

Mathias Honsak (9., 36.) und Budu Zivzivadze (79.) trafen für den FCH, der auch im sechsten Bundesliga-Duell mit Union ungeschlagen blieb. Die Berliner, für die Leopold Querfeld (75.) zum zwischenzeitlichen Anschluss traf, verpassten es ihrerseits, alle Zweifel am Klassenerhalt zu beseitigen. Der FCH bleibt mit nun 19 Punkten Tabellenletzter, doch er hat sich selbst bewiesen, dass er in dieser Liga noch gewinnen kann. "Glückwunsch an meine Mannschaft, an die Fans, die mussten sehr lange warten. Trotzdem ist es nur ein Sieg, es muss weitergehen. Es ist unsere Verpflichtung, bis zum Schluss zu kämpfen", sagte Schmidt.

Abstiegskampf: Heidenheim gibt nicht auf

Die monatelange Negativserie der Heidenheimer hatte auch bei ihm Spuren hinterlassen. "Das zu ertragen, ist wirklich schwierig", sagte der FCH-Coach zuletzt: "Wir brauchen diese drei Punkte dringend, für unser Gefühl." Trotz der aussichtslosen Lage müssten sich seine Spieler "strecken bis zum Schluss" und "immer Vollgas dagegenhalten - das fordere ich von jedem ein".

Heidenheim

Fußball-Bundesliga Mathias Honsak – das Gesicht der neuen Heidenheimer Hoffnungen

Gegen Union Berlin verhilft Mathias Honsak dem 1. FC Heidenheim zum lang ersehnten Sieg. Beim FCH hoffen sie nun auf weitere Tore des Offensivspielers.

Stadion SWR1

Vor dem Spiel hatte der Coach von einem Friseur-Termin erzählt. "Der Erste, der mich gesehen hat, meinte: Wir steigen nicht ab." Er habe das Gefühl, dass die Menschen in der 50.000-Einwohner-Stadt an der Brenz dem Club für die erfolgreiche Arbeit in den vergangenen Jahren etwas zurückgeben wollten. Auch gegen Union haben sie ihr Team bis zum Schluss lautstark unterstützt und sind mit dem ersten Sieg seit mehr als vier Monaten belohnt worden.