Die T-Shirts mit der Aufschrift "Mainzaaaaa international" gibt es bereits zum Sonderpreis, sollen aber noch lange kein Auslaufmodell sein. Wild entschlossen will der 1. FSV Mainz 05 das Rückspiel in der Conference League bei Racing Straßburg angehen und seine "historische Chance", so Torhüter Daniel Batz, nutzen.
Mainz-Keeper Daniel Batz: "Wir haben keine Angst"
"Wir müssen mutig sein. Wir haben noch nichts erreicht. Wir haben die erste Hälfte der Partie gespielt und jetzt fahren wir mit breiter Brust nach Straßburg", forderte der Keeper im SWR Sport-Interview. Der 2:0-Hinspielsieg sei ein gutes Ergebnis, aber kein Ruhekissen. Für Batz ist deshalb die Marschroute klar: "Wir haben keine Angst. Wir wollen nicht auf Ergebnis halten spielen, sondern wir wollen das Spiel gewinnen. Das ist eine historische Chance für uns, von daher freuen wir uns riesig auf das Spiel."
"Ich rechne mit einem Feuerwerk der Gastgeber. Darauf müssen wir vorbereitet sein", sagte Trainer Urs Fischer auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. "Wir werden alles daran setzen, dass morgen noch nicht Schluss ist."
Mittelfeldspieler Dominik Kohr hob die Erfahrung in den Reihen der Mainzer hervor. "Wir haben Spieler, die schon deutlich älter sind als bei Straßburg. Das müssen wir mit Männerfußball auf den Platz bringen", sagte der 32-Jährige. Das große Ziel sei "natürlich" das Finale, "aber dafür muss man Schritt für Schritt gehen und morgen erstmal eine Runde weiterkommen."
Halbfinaleinzug wäre Novum für Mainz 05
Vor der Partie am Donnerstag (21 Uhr /live im Audiostream auf swr.de/sport) beim Tabellenachten der französischen Ligue 1 im Stade de la Meinau, nur gut 200 Kilometer von der Mainzer Arena entfernt, ist die Zuversicht groß beim Bundesliga-Neunten. Der Einzug unter die vier Besten, wo wahrscheinlich die Spanier von Rayo Vallecano (3:0 gegen AEK Athen) warten würden, wäre ein Novum in der Mainzer Vereinsgeschichte.
Das 0:1 am Sonntag gegen den SC Freiburg hat die Stimmung in der Mannschaft von Trainer Urs Fischer kaum getrübt. "Das wirft uns nicht aus der Bahn - wie die anderen Niederlagen auch nicht. Also wir wissen, dass wir einen sehr, sehr guten Lauf haben", erklärte Sportdirektor Niko Bungert.
Abstiegskampf fast erledigt
Zu stabil traten die Nullfünfer zuletzt auf. Der Abstiegskampf ist zwar weiterhin nicht endgültig abgehakt, aber große Sorgen müssen sie sich nicht mehr machen. "Ich bin sehr guter Dinge: Wir setzen alles daran, dass wir da gewinnen werden", sagte Phillip Tietz vor der "sehr attraktiven Aufgabe" (Bungert) in Straßburg.
Auch die Doppelbelastung im Saisonendspurt nimmt der Ex-Augsburger Tietz gelassen hin. "Ich kann mir nichts Besseres vorstellen, als alle drei, vier, fünf Tage zu spielen. Als wir auf dem Bolzplatz angefangen haben, waren wir acht Stunden dort", so der Angreifer. "Man bekommt es auch mal hin, dass man ein paar Englische Wochen hat. Als Fußballer gibt es nichts Schöneres als Englische Wochen."
Nicht nur Hoffnungsträger Nadiem Amiri ist zurück
Was den Mainzern zusätzlich Mut macht: Am Wochenende gaben Nationalspieler Nadiem Amiri und ausgerechnet Anthony Caci ihr Comeback. Der Abwehrspieler trug einst elf Jahre lang in der Jugend, zweiten und ersten Mannschaft das Trikot von Racing. "Ich bin sehr, sehr froh, dass sich die Reihe der Verletztenliste langsam lichtet", sagte Bungert auch mit Blick auf Stefan Bell, Robin Zentner und Andreas Hanche-Olsen, die bisher noch außen vor waren. "Da tut sich einiges und das kann uns im Endspurt vielleicht noch mal guttun."
Auch deshalb träumen die Mainzer, die nach der Trennung von Fischers Vorgänger Bo Henriksen Anfang Dezember noch Bundesliga-Letzter waren, vom Conference-League-Finale am 27. Mai in Leipzig.