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Freiburgs Neuzugang Derry Scherhant: Der Neue aus der Hauptstadt

Beim Trainingsauftakt des SC Freiburg präsentierte sich auch Neuzugang Derry Scherhant erstmals Fans und Journalisten. Der 22-Jährige soll neuen Schwung in den Angriff bringen.

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Von Autor/in Pirmin Styrnol

Mit einem leichten Lächeln blickt Derry Scherhant in Richtung der aufgereihten Pressevertreter. Gemeinsam mit den Neuzugängen Philipp Treu, Cyriaque Irié und Anthony Jung steht der 22-Jährige auf dem Rasen im Freiburger Stadion - im Rücken applaudieren rund 3.000 Fans. Die Vorstellung der Neuen in Freiburg (Yuito Suzuki ist noch im Urlaub) hat der Angreifer also schon einmal geschafft.

"Ich bin sehr gut empfangen worden - von allen Mannschaftskollegen, vom Trainerteam und vom Staff drumherum. Ich bin sehr glücklich, hier zu sein", so der Berliner.

Derry Scherhant: "Sehr glücklich"

Es sei schon etwas ruhiger als in Berlin, gibt der Stürmer in seinem ersten SWR-Interview offen zu: "Aber es gefällt mir gut. Der Fokus liegt hier komplett auf dem Fußball." Für Scherhant einer der Hauptgründe für seinen Wechsel, wie er erzählt. Dass er zukünftig auch im Europapokal auflaufen dürfe, freue ihn zwar, aber vor allem sei er von der Freiburger Mentalität angetan: "Ich wäre so oder so hier hin gewechselt. Die Energie und der Plan haben mir sehr gut gefallen."

Von Viktoria Berlin über Tennis Borussia und Berliner Sport-Club zur Hertha

Für Derry Scherhant, der seit Beginn seiner Karriere für Vereine in Berlin aktiv war, bedeutet der Wechsel ins eher beschauliche Freiburg auch einen kleinen Kulturschock. "Das ganze Drumherum ist natürlich anders. Schöne Landschaft", grinst er. Bis zum Jahr 2019 schnürte der junge Angreifer seine Fußballschuhe für den FC Viktoria 1889 Berlin, ehe er über die Stationen Tennis Borussia Berlin und Berliner Sport-Club in der Jugend von Hertha BSC und schließlich in der zweiten Mannschaft der "Alten Dame" landete.

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Dort reifte der Angreifer mit 30 Toren in 55 Spielen schnell zum Profi-Kandidaten - und schaffte schließlich auch den Sprung in die erste Mannschaft. Am 13. August 2022 feierte Scherhant gegen Frankfurt sein Bundesliga-Debüt. Was folgte waren das Startelf-Debüt (Januar 2023 gegen Bochum), das erste Bundesligator (Februar 2023 gegen Mönchengladbach), dann der Abstieg, starke Leistungen in Liga zwei und bald auch die Einberufung für die deutsche U20- und die U21-Nationalmannschaft (jeweils zwei Spiele). In drei Jahren für die Hertha stehen bei Scherhant 78 Partien (12 Tore, 8 Vorlagen) in der Bundesliga und 2. Bundesliga zu Buche. Jetzt also der Wechsel nach Freiburg.

Trainer Julian Schuster freut sich über den Wunschkandidaten

"Wir freuen uns zunächst mal, dass wir die Jungs bekommen haben, die wir bekommen wollten", zeigt sich SC-Freiburg-Cheftrainer Julian Schuster nach der ersten öffentlichen Trainingseinheit der neuen Saison mit seinen Neuzugängen zufrieden. "Sie bringen viel Qualität mit, aber was uns enorm wichtig ist, ist dass auch die menschliche Komponente zu 100 Prozent passt."

Dass auf Scherhants Verpflichtung durchaus Hoffnungen ruhen, lässt der 40-Jährige im SWR-Interview durchblicken: "Er hat ein gutes Jahr gehabt und hat sich viel erarbeitet. Er ist ein Junge, der wirklich unglaublich viel investiert - man merkt, dass da die intrinsische Motivation ziemlich hoch ist. Und genau solche Spieler möchte ich haben", so der Chefcoach.

Viel Konkurrenz im Freiburger Angriff

Scherhant habe ein hohes Tempo, gute Dribblings und suche gerne den Abschluss. "Er kann eben auch diese Intensität gehen, die wichtig für unser Spiel ist", fasst Schuster zusammen. Viele Vorschusslorbeeren also für den Neuankömmling, der sowohl hinter Dauerbrenner Vincenzo Grifo auf dem linken Flügel Druck machen könnte, als auch dabei helfen soll, die letztjährige Torflaute im Sturm zu beheben. "Ich will hier den nächsten Schritt gehen, mein Bestes geben und hoffentlich so viele Tore schießen wie möglich", so Scherhant selbstbewusst.

Das erste Pflichtspiel der Saison bestreitet der SC Freiburg am 16. August. Dann tritt der Sport-Club in der ersten Runde des DFB-Pokals in Lotte an. Bis dahin dürfte in der Freiburger Offensivabteilung ein spannender Konkurrenzkampf anstehen.

Mit Derry Scherhant, Vincenzo Grifo, Noah Weißhaupt, Jan-Niklas Beste und Florent Muslija stehen gleich fünf Spieler für den linken Flügel im Kader und auch auf Scherhants zweiter "Lieblingsposition" gibt es ordentlich Konkurrenz: Im Sturmzentrum kämpfen neben Scherhant auch Michael Gregoritsch, Lucas Höler, Junior Adamu, Daniel-Kofi Kyereh und Maximilian Philipp um einen Stammplatz. Und auch Neuzugang Cyriaque Irié könnte in der Sturmspitze starten. Gut möglich also, dass sich das Transferkarussel in Freiburg noch ein bisschen weiterdrehen wird.