DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart

Vincenzo Grifo: SC Freiburg geht mit "breiter Brust" ins Halbfinale

Der SC Freiburg will nach 2022 zum zweiten Mal ins DFB-Pokalfinale. Vor dem Halbfinale beim VfB Stuttgart spricht Vincenzo Grifo über einen großen Traum, den sich der Sport-Club verdient hätte.

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Von Autor/in Michi Glang

Wer fährt nach Berlin - Titelverteidiger VfB Stuttgart oder der SC Freiburg? Diese Frage wird am Donnerstagabend ab 20:45 Uhr beantwortet, wenn die Schwaben im Südwest-Duell die Breisgauer zum Halbfinale im DFB-Pokal empfangen (live im Ersten und im Audiostream auf sportschau.de).

Sportlich können sich die Fans auf ein Duell auf Augenhöhe freuen. In der Bundesliga setzten sich im Hinspiel die Freiburger mit 3:1 durch, im Rückspiel behielt der VfB mit 1:0 die Oberhand. Während die Stuttgarter personell womöglich einen Tick besser besetzt sind, ist der Sport-Club neben dem FC Bayern so etwas wie die Mannschaft der Stunde. Das Team von Trainer Julian Schuster steht neben dem Pokal auch in der Europa League im Halbfinale (gegen den SC Braga) und hat damit sogar noch zwei Titelchancen.

SC Freiburg "selbstbewusst, ohne hochnäsig zu sein"

Doch was macht den SC Freiburg aktuell so stark? "Wir haben das Momentum auf unserer Seite. Wir treten mit einer breiten Brust auf. Wir sind sehr selbstbewusst, ohne hochnäsig zu sein", sagte Vincenzo Grifo im Sportschau-Interview. "Das zeigt den Charakter dieser Mannschaft. Wir haben aktuell einfach dieses Selbstverständliche."

Das Momentum müsse man sich "erarbeiten" und "erzwingen", so der Offensivspieler. Das haben die Breisgauer in den letzten Wochen mit Bravour getan. Aus den letzten sieben Pflichtspielen holte der Sport-Club sechs Siege - mitunter in beeindruckender Manier wie beim 3:0 in der Europa League gegen Celta Vigo. Beim 2:3 gegen den FC Bayern hatten die Breisgauer bis in die Nachspielzeit den Sieg vor Augen. Zuletzt setzte sich das Schuster-Team mit 2:1 gegen den 1. FC Heidenheim durch.

SC Freiburg will gegen den VfB Stuttgart "alles raushauen"

Mit dem VfB Stuttgart wartet nun allerdings eine hohe Hürde auf die Freiburger. "Eine tolle und gute Mannschaft, das muss man ehrlicherweise zugeben. Sie sind unglaublich gut besetzt und haben sehr tolle Einzelspieler mit Undav, Demi (Demirovic), Leweling, Führich - alles Nationalspieler, die auch verdient dort sind. Es wird eine schwierige Aufgabe für uns", sagte Grifo.

Aber wir sind so nah am Ziel, wir wollen alles raushauen, solange die Beine uns tragen.

Das Ziel ist klar: Für den SC Freiburg soll es in die Hauptstadt gehen, zum Finale am 23. Mai im Berliner Olympiastadion. Grifo ist bewusst, dass das auch für die Schwaben gilt: "Sie werden genauso denken, dass sie eine großartige Chance haben, ins Finale zu kommen, aber wir werden ihnen nichts schenken." Klar ist: Die Pokalstatistik der beiden Klubs spricht klar für den VfB: Von den fünf bisherigen Duellen im Wettbewerb entschieden die Schwaben vier für sich.

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Grifo will "Highlight" wiederholen

Bei einem Finaleinzug böte sich dem Sport-Club zum zweiten Mal nach 2022 die Chance auf den Pokalsieg. Vor vier Jahren waren die Breisgauer im Finale unter Trainer Christian Streich kurz davor, den Favoriten RB Leipzig zu besiegen, scheiterten dann aber dramatisch im Elfmeterschießen. Christian Günter und Ermedin Demirovic hießen damals die Pechvögel, die ihre Strafstöße vergaben. Während Günter immer noch für den Sport-Club aufläuft, gibt es am Donnerstag ein Wiedersehen mit Demirovic, der seine Tore mittlerweile für den VfB schießt.

Für die Freiburger gilt es, einen Schritt nach dem anderen zu gehen. "Gesehen hab ich ihn (den Pokal) ja schon mal, dran vorbeigelaufen sind wir ja. Das hat dann schon wehgetan", sagte Grifo. "Ich will aber noch gar nicht über das Finale reden, weil wir noch gar nicht annähernd etwas erreicht haben. Aber es war eines meiner Highlightspiele in der Karriere."

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Grifo "guter Dinge, etwas Tolles zu erreichen"

Ein Highlight, das Grifo nur allzu gerne wiederholen möchte: "Dieser ganze Tag und der Tag vorher mit den Fans und allen in Berlin: Das würde ich meiner Familie, mir, diesem Verein und allen Jungs, die da unten sind, gerne wieder schenken." Und dann am allerliebsten mit der Krönung des ersten Titels für den SC Freiburg. "Dieser Verein hat sich das einfach von Anfang an verdient", so Grifo. "Wie viel Arbeit dahintersteckt, wie viel Demut, wie viel Gier."

Große Ansagen macht der neunmalige italienische Nationalspieler nicht. Ein gesundes Selbstvertrauen ist nach den erfolgreichen letzten Wochen aber allemal angebracht im Breisgau. "Man darf und soll auch an sich glauben. Man darf auch Träume haben", sagte Grifo. "Ich bin guter Dinge, dass wir etwas Tolles erreichen können."

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Autor/in
Michi Glang
Michi Glang
Das Interview führte
Anna Klär