DFB-Pokal | Historie

Zwischen Triumph und Tränen: Die Pokal-Duelle zwischen dem VfB Stuttgart und dem SC Freiburg

Im Halbfinale des DFB-Pokals trifft der VfB Stuttgart am Donnerstag auf den SC Freiburg. Das brisante Baden-Württemberg-Duell gibt es im Pokalwettbewerb schon zum sechsten Mal. Die Bilanz spricht klar für einen Verein.

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Stand

Von Autor/in Kersten Eichhorn

Diese Bilder gehen auch 13 Jahre danach immer noch zu Herzen. Ein hemmungslos weinender 19-jähriger Matthias Ginter auf dem Rasen der Stuttgarter Arena, getröstet von seinem Trainer Christian Streich. Damals, am 14. Januar 2013, als der SC Freiburg im Halbfinale des DFB-Pokals beim VfB Stuttgart knapp mit 1:2 unterlag. Ein paar Meter weiter ganz gegensätzliche Gefühlswallungen: Jubelnde Schwaben mit Coach Bruno Labbadia, die mit ihren über 50.000 Fans den Einzug ins Endspiel feierten.

Freiburgs Matthias Ginter bei der Revanche noch mit dabei

Ob sich Geschichte wiederholt? Am Donnerstag (ab 20:45 Uhr live im Ersten und im Audiostream auf sportschau.de) treffen der VfB Stuttgart und der SC Freiburg zum zweiten Mal in einem Halbfinale des DFB-Pokals aufeinander. Wieder in der Stuttgarter Arena, und wieder mit dem VfB als Sieger? Matthias Ginter, auch mit 32 noch im Trikot des SC Freiburg, will das mit seinen Mitspielern möglichst verhindern: "Berlin ist das Ziel, aber Stuttgart ist eine gute Mannschaft", sagt Ginter im Gespräch mit SWR Sport, "es wird wieder auf Kleinigkeiten ankommen". Nationalspieler Ginter ist der einzige aktuelle Spieler des Sport-Clubs, der schon 2013 gegen den VfB auf dem Feld stand. Neben dem damaligen Kapitän Julian Schuster, dem jetzigen Freiburger Trainer.

Bislang ist die Statistik eindeutig auf Seiten der Schwaben, die in den fünf Pokal-Duellen gegen die Badener viermal als Sieger vom Platz gingen. SWR Sport blickt noch einmal zurück auf die spannenden DFB-Pokalgeschichten zwischen dem VfB und dem Sport-Club.

November 1996: Dramatik im Elfmeterschießen

Es war das erste Duell im DFB-Pokal zwischen dem SC Freiburg und dem VfB Stuttgart. Und es war an jenem 13. November 1996 auch das bislang dramatischste: 1:1-Unentschieden hieß es nach 90 und 120 Minuten durch die Treffer von Torjäger Fredi Bobic zum 0:1 und dem Freiburger Ausgleich durch Verteidiger Martin Spanring. Die Entscheidung vor 22.000 Zuschauern im ausverkauften Dreisamstadion musste also im Elfmeterschießen fallen. Und hier hatte Stuttgart mit Trainer Jogi Löw das bessere Ende für sich.

Torhüter Jörg Schmadtke und der Schweizer Alain Sutter verschossen für den Sport-Club. Stuttgart verwandelte viermal, VfB-Torhüter Franz Wohlfahrt wurde sogar zum Pokalhelden an der Dreisam, als er den entscheidenden Elfer für Stuttgart gegen Schmadtke ins Netz setzte. Am Ende hieß es 4:2 für die Schwaben, die in dieser Pokal-Saison sogar ins Endspiel einzogen und im Mai 1997 mit einem 2:0 im Berliner Olympiastadion gegen Energie Cottbus den Pokal gewannen.

Dezember 2000: Der Rumäne Ganea als Matchwinner für den VfB

Auch das zweite Aufeinandertreffen zwischen den Badenern und den Schwaben nahm einen dramatischen Verlauf. Erst nach Verlängerung gewann der VfB das Viertelfinalspiel am 20. Dezember 2000 in der Stuttgarter Arena mit 2:1. Das Siegtor für das Team von Trainer Ralf Rangnick schoss der rumänische Stürmer Viorel Ganea in der 95. Minute.

In der regulären Spielzeit hatte Krassimir Balakov den VfB zunächst in Führung gebracht (29.), der junge Sebastian Kehl für Freiburg nur zwei Minuten später ausgeglichen. Im darauffolgenden Halbfinale schieden die in dieser Saison abstiegsgefährdeten Stuttgarter dann aber zu Hause gegen den späteren Pokalsieger Schalke 04 mit einem deutlichen 0:3 aus.

April 2013: Harnik köpft den VfB ins Endspiel

Erst 13 Jahre später, am 17. April 2013, trafen die beiden Kontrahenten im DFB-Pokal erneut aufeinander. Und wieder gewann der VfB, diesmal im Halbfinale, knapp mit 2:1 vor eigenem Publikum. Verteidiger Arthur Boka hatte Stuttgart nach neun Minuten in Führung geschossen, Jan Rosenthal zum 1:1 ausgeglichen (14.). Noch vor der Pause köpfte Martin Harnik den 2:1-Siegtreffer für den überglücklichen VfB um Trainer Bruno Labbadia, der damit im Finale stand. Im Endspiel in Berlin allerdings unterlagen die Schwaben dem FC Bayern München mit 2:3.

06.11.1993 - 15. Spieltag. Was für eine Überraschung: der favorisierte VfB Stuttgart verlor auswärts beim Aufsteiger SC Freiburg mit 1:2. Da war nicht nicht nur VfB-Meistercoach Christoph Daum fassungslos. Oliver Freund, Maximilian Heidenreich (ET) und Uwe Wassmer besorgten die Tore. VfB-Torhüter Eike Immel konnte noch einen von Rodolfo Cardoso getretenen Foulelfmeter parieren und so die Niederlage der Schwaben in Grenzen halten.
06.11.1993, 15. Spieltag: Was für eine Überraschung - der favorisierte VfB Stuttgart verlor auswärts beim Aufsteiger SC Freiburg mit 1:2. Da war nicht nicht nur VfB-Meistercoach Christoph Daum fassungslos. Oliver Freund, Maximilian Heidenreich (ET) und Uwe Wassmer besorgten die Tore. VfB-Torhüter Eike Immel konnte noch einen von Rodolfo Cardoso getretenen Foulelfmeter parieren und so die Niederlage der Schwaben in Grenzen halten. Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
23.04.1994 - 32. Spieltag. Wer jetzt gedacht hatte, der VfB wurde im Rückspiel mit allen Mittel versuchen die Scharte auszuwetzen, sah sich getäuscht. Der SC Freiburg siegte auch in Stuttgart. Und das deutlich mit 4:0. Je zwei Treffer steuerten zu diesem Coup Rodolfo Cardoso und Ralf Kohl (Spitzname "Kanzler) bei. Nach 34. Spieltagen belegte der VfB den 7. Platz. Der SC rettete sich als Neuling, dank des besseren Torverhältnisses gegenüber dem 1. FC Nürnberg, noch auf Rang 15.
23.04.1994, 32. Spieltag: Wer jetzt gedacht hatte, der VfB würde im Rückspiel mit allen Mitteln versuchen, die Scharte auszuwetzen, sah sich getäuscht. Der SC Freiburg siegte auch in Stuttgart. Und das deutlich mit 4:0. Je zwei Treffer steuerten zu diesem Coup Rodolfo Cardoso und Ralf Kohl (Spitzname "Kanzler") bei. Nach 34 Spieltagen belegte der VfB den 7. Platz. Der SC rettete sich als Neuling, dank des besseren Torverhältnisses gegenüber dem 1. FC Nürnberg, noch auf Rang 15. Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
Der VfB feiert ausgiebig nach dem Einzug ins DFB-Pokalfinale
17.04.2013, DFB-Pokal-Halbfinale: Das letzte Aufeinandertreffen in einem DFB-Pokal-Halbfinale war dramatisch. In der Stuttgarter Arena setzten sich die Stuttgarter mit 2:1 durch. Alle Tore fielen in der ersten Halbzeit. Boka brachte den VfB in der 9. Minute in Führung, Rosenthal glich fünf Minuten später aus. Den entscheidenden Treffer machte Harnik (29. Minute) durch eine Vorlage des heutigen VfB-Funktionärs Gentner. IMAGO / Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
Das 1:0 fällt durch einen Kopfball des damals 19-jährigen Matthias Ginter.
25.09.2013, DFB-Pokal 2. Runde: In der Saison darauf revanchierten sich die Freiburger sofort für die Niederlage im Halbfinale. Bereits in der 2. Runde schlugen die Badener den VfB mit 2:1. Das 1:0 fiel durch einen Kopfball des damals 19-jährigen Matthias Ginter. Das 2:0 besorgte Hanke in der 70. Minute. Auch der Treffer zum 2:1-Endstand durch den Stuttgarter Ibisevic konnte am Sieg der Freiburger nichts mehr ändern. IMAGO / Pressefoto Baumann Bild in Detailansicht öffnen
29.10.2017 - 10. Spieltag. Das war eines der brisantesten Duelle zwischen dem VfB und dem SCF. Bereits nach zwölf Minuten sah Freiburgs Caglar Söyuncü rot wegen Handspiels nach Videobeweis. Die Freiburger waren konsterniert und danach völlig von der Rolle. Es entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor - das von Freiburgs Torhüter Sebastian Schwolow. Daniel Gincek, Benjamin Pavard und Simon Terodde schossen letzendlich einen deutlichen Sieg des VfB Stuttgart heraus. Diese Partie sorgt wahrscheinlich immer noch für Gesprächstoff.
29.10.2017, 10. Spieltag: Das war eines der brisantesten Duelle zwischen dem VfB und dem SCF. Bereits nach zwölf Minuten sah Freiburgs Caglar Söyuncü die rote Karte wegen Handspiels nach Videobeweis. Die Freiburger waren konsterniert und danach völlig von der Rolle. Es entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor - das von Freiburgs Torhüter Alexander Schwolow. Daniel Gincek, Benjamin Pavard und Simon Terodde schossen letzendlich einen deutlichen 3:0-Sieg des VfB Stuttgart heraus. Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
Hitziges Duell im DFB-Pokal 2020
23.12.2020, DFB-Pokal: Beim letzten Aufeinandertreffen im DFB-Pokal 2020 wurde es gegen Ende hitzig. Das damals unter Corona-Bedingungen ohne Fans ausgetragene Duell in der Stuttgarter Arena gewann der VfB knapp mit 1:0 durch einen Treffer von Sasa Kalajdzic. IMAGO / Langer Bild in Detailansicht öffnen
22.01.2022 - 20. Spieltag. Die Partie gewann der SC Freiburg im eigenen neuen Stadion mit 2:0.  Tatsuya Ito (ET) und Kevin Schade waren für die Treffer des Spiels verantwortlich. Nach dieser Partie darf man sich völlig berechtigt die Frage stellen, ob der SC Freiburg dem VfB Stuttgart endgültig sportlich den Rang abgelaufen hat. Von den letzten sechs Bundesligaspielen haben die Freiburger vie gewonnen und keines verloren.
22.01.2022, 20. Spieltag: Das erste BW-Duell im neuen Freiburger Stadion gewann der SC Freiburg mit 2:0. Hiroki Ito (ET) und Kevin Schade waren für die Treffer des Spiels verantwortlich. Eibner Bild in Detailansicht öffnen
Lukas Kübler (SC Freiburg) jubelt über sein 2. Tor im Spiel gegen den VfB Stuttgart
24.08.2024, 1. Spieltag: Zum Auftakt der Bundesliga-Saison 2024/25 gab es gleich das BW-Duell, das der Sport-Club mit 3:1 für sich entschied. Ermedin Demirovic hatte die Schwaben früh in Führung geschossen, Lukas Kübler (mit einem Doppelpack) und Ritsu Doan besorgten jedoch den Sieg für die Freiburger. IMAGO / Eibner Bild in Detailansicht öffnen
Mannschaft des VfB Stuttgart jubelt über ein Tor beim 4:0-Sieg des VfB gegen den SC Freiburg
18.01.2025, 18. Spieltag: Zum Beginn der Rückrunde machte es der VfB deutlich, denn mit 4:0 setzten sich die Stuttgarter gegen Freiburg durch. Es war der dritte Sieg aus den letzten vier direkten Duellen für Stuttgart. IMAGO / Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
13.09.2025, 3. Spieltag. Der SC Freiburg gewann ein am Ende wildes Baden-Württemberg-Duell gegen den VfB Stuttgart mit 3:1.
13.09.2025, 3. Spieltag. Der SC Freiburg gewann ein am Ende wildes Baden-Württemberg-Duell gegen den VfB Stuttgart mit 3:1. Unter anderem Igor Matanovic drehte mit zwei Toren die Partie für den SC. IMAGO / STEINSIEK.CH Bild in Detailansicht öffnen

September 2013: Der erste Freiburger Erfolg

Nur wenige Monate später, am 25. September 2013, gab es schon wieder das Duell VfB gegen den Sport-Club. Diesmal in der zweiten Runde in Freiburg, und erstmals gewannen die Breisgauer ein Pokalspiel gegen den großen Rivalen aus der Landeshauptstadt. Der erst 19-jährige Matthias Ginter (52.) und Nationalstürmer Mike Hanke (70. Minute) schossen die Tore für Freiburg. Den Stuttgartern gelang durch Vedad Ibisevic kurz vor Schluss nur noch der Anschlusstreffer. Bereits in der nächsten Runde, im Achtelfinale, schieden die Freiburger allerdings zu Hause mit 1:2 gegen Bayer Leverkusen aus.

Dezember 2020: Kalajdzic mit dem Siegtor für Stuttgart

Im letzten Pokalspiel zwischen Stuttgart und Freiburg entschied ein einziges Tor. Am 23. Dezember 2020 schoss der damalige Goalgetter Sasa Kalajdzic bereits nach 15 Minuten das 1:0-Siegtor für das Team von VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo. Wegen der Corona-Beschränkungen fand die Partie in der Stuttgarter Arena vor leeren Rängen statt.

München

Bundesliga VfB ärgert sich über Niederlage beim Meister und träumt von Berlin

Für den VfB Stuttgart war es ein bitterer Sonntag in München. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß ging in Führung - wenig später gingen die Köpfe dann aber doch nach unten.

Schöne Bescherung für den VfB: Einen Tag vor Heiligabend hatte sich Stuttgart damit für das Achtelfinale im DFB-Pokal qualifiziert. Christian Streichs Mannschaft dagegen war ausgeschieden. Das Aus des VfB folgte aber auch schon in der nächsten Runde: Im Achtelfinale im Februar 2021 unterlag Stuttgart daheim gegen Mönchengladbach mit 1:2.

April 2026: Revanche für Freiburg und Matthias Ginter?

Am Donnerstag folgt also das sechste Duell im DFB-Pokal zwischen dem VfB Stuttgart und dem SC Freiburg, zum zweiten Mal in einem Halbfinale. Und erneut, wie schon vor 13 Jahren, mit Matthias Ginter im Trikot der Breisgauer. Gibt es diesmal die Freiburger Revanche für 2013?

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Für Freiburgs Trainer Julian Schuster gibt es nach dem Halbfinal-Einzug in der Europa League ein großes Lob. Sein Vorgänger Christian Streich wirkt gar nicht überrascht vom Erfolg des 41-Jährigen.