Bambasé wer? Das dürften sich viele Fußballfans gefragt haben, als der neue Bundestrainer Jürgen Klopp letzten Donnerstag (17.09.) seinen ersten Nationalmannschafts-Kader nominierte. Die Antwort lautet: Bambasé Conté, Shootingstar der TSG Hoffenheim und neben Felix Keidel von der SV Elversberg sicher der größte Unbekannte und die größte Überraschung im 44-köpfigen DFB-Aufgebot für die vier Test-Länderspiele gegen die Niederlande (24.09.), Griechenland (27.09.), Serbien (01.10.) und erneut Griechenland (4.10.).
Erst 252 Bundesliga-Minuten
Conté fiel selbst aus allen Wolken, als der Anruf von Klopp kam. Niemals hätte er mit einer Nominierung fürs DFB-Team gerechnet, äußerte der 23-Jährige. Nicht nach vier Bundesligaspielen und erst 252 Minuten in der deutschen Eliteklasse in dieser Saison. Zumal es mit Hoffenheim nur sehr durchwachsen läuft. Drei Punkte aus vier Bundesligaspielen, dazu die 0:2-Pleite bei OFI Kreta in der Europa League.
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Die TSG Hoffenheim erlebt den zweiten Rückschlag innerhalb weniger Tage. In der Länderspielpause wartet viel Arbeit auf den Bundesligisten.
Bambasé Conté: "Es ist nicht einfach gerade"
Deswegen, so Conté, reise er auch mit gemischten Gefühlen zur Nationalmannschaft. "Die letzten Tage waren sehr emotional für mich mit der Nominierung. Gleichzeitig gibt es im Verein keine Ergebnisse", sagte der offensive Mittelfeldspieler. "Es ist nicht einfach gerade, aber ich versuche das schnell abzuschütteln."
"Habe nur 'Jürgen Klopp' gesagt und er hat zwei Minuten gelacht"
Doch warum hat Klopp Conté nominiert? Zunächst einmal erklärte der neue Nationaltrainer, dass der Hoffenheimer nach dem ominösen Anruf "am längsten gelacht" habe. "Da habe ich nur 'Jürgen Klopp' gesagt und er hat zwei Minuten gelacht."
Klopp hat Conté berufen, weil dieser ein Profil aufweist, das er sich zumindest einmal anschauen will. In der Gruppe, im Training und im Spiel. Conté gilt als variabler Linksfuß, der im offensiven Mittelfeld vielseitig einsetzbar ist und aufgrund seiner Kreativität gerne als Spielmacher agiert. Flügel oder hängende Spitze sind Positionen, die er neben der Zehn ebenfalls bekleiden kann.
Technisch befindet sich der in Hoffenheim ausgebildete 23-Jährige auf hohem Niveau, er weist eine starke Vororientierung auf und ist deshalb in der Lage, unter hohem Gegnerdruck Lösungen zu finden und seine Mitspieler einzusetzen. Luft nach oben hat Conté noch in der Entscheidungsfindung, wobei er sich hier schon stark verbessert hat.
Fußballerische Anfänge beim 1. FC Kaiserslautern
Ohnehin hat Conté einen beschwerlichen Weg hinter sich, bis er es in den Klopp-Kader geschafft hat. Der in Saarbrücken geborene Deutsch-Guineer kickte in der Jugend beim 1. FC Kaiserslautern, bevor es ihn im Juli 2018 zur Nachwuchsabteilung der TSG Hoffenheim zog. Im Sommer 2022 wurde Conté in die zweite Mannschaft der Kraichgauer hochgezogen, die damals in der Regionalliga Südwest kickte. Ein Jahr später rückte er in den Profikader auf und feierte im November 2023 sein Bundesligadebüt gegen Bayer Leverkusen.
Leistungsträger beim Aufstieg der SV Elversberg
Doch dauerhaft reichte es noch nicht für die Hoffenheimer Bundesliga-Truppe. Conté ließ sich verleihen - zunächst in der Saison 2024/2025 zum Karlsruher SC, ein Jahr später zur SV Elversberg. Dort war er mit vier Toren und sechs Assists in 25 Spielen Leistungsträger beim sensationellen Bundesliga-Aufstieg der Saarländer. Gereift und mit einem ganz anderen Standing als zuvor kehrte er nach Hoffenheim zurück - was sich auch in seiner langfristigen Vertragsverlängerung im Juli 2026 ausdrückte.
Bei der TSG kam Conté in dieser Spielzeit in allen sechs Pflichtspielen zum Einsatz und legte bereits drei Treffer auf. Sein Selbstvertrauen auf dem Feld belegt auch die Statistik, dass Conté in seinen vier Bundesliga-Einsätzen bereits sieben Fouls zog. Damit gehört der Hoffenheimer zu den meistgefoulten Bundesliga-Spielern.
Mit diesen Qualitäten kann Conté durchaus auch ein Gewinn für die deutsche Nationalmannschaft sein. Klar ist aber auch, dass seine Nominierung der Größe des Kaders mit insgesamt 44 Spielern geschuldet ist. Bei einem "normalen" 23-Mann-Aufgebot hätte der 23-Jährige keine Chance gehabt, schon bei 40 Spielern wäre es vermutlich eng geworden.
Nun hat Conté aber die Gelegenheit - und er hat sie sich mit einem "kicker"-Notenschitt von 2,50 in der bisherigen Saison redlich verdient. Conté kann eigentlich nur gewinnen, wenn er seine unverhoffte Gelegenheit mit Esprit, der ihm eigenen Kreativität und ohne allzu viel Kopfzerbrechen angeht. Wenn ihm das gelingt, dann hat der Hoffenheimer erneut gut lachen - wie nach Klopps ominösen Anruf.