Die malerische Atlantikküste, Fischerei und Olivenhaine sind die Aushängeschilder der spanischen Stadt Vigo in der Region Galicien. Dort entstand 1923 durch die Fusion der Rivalen Real Vigo Sporting und Real Fortuna der heutige "Real Club Celta de Vigo" und wurde zum Stolz der Metropole, in der etwa 294.000 Menschen leben. 2003/2004 haben die "Euro-Celta" mit ihrem Einzug ins Champions-League-Achtelfinale gegen den FC Arsenal auf sich aufmerksam gemacht. Bis heute war das einer der sportlichen Höhepunkte des traditionsreichen Klubs.
Höhen und Tiefen - ein Traditionsklub durch und durch
Die "Celtinas", die kleinen Kelten, haben vieles durchlebt: Abstiege, Jahre in der zweiten Liga, Aufstiege. In der Saison 15/16 wurden sie mit einem überragenden Mittelstürmer und Heimkehrer Iago Aspas Sechster in La Liga, der höchsten spanischen Spielklasse. Vigo schaffte es in der darauffolgenden Saison ins Halbfinale der Europa League. Den Sieg im Viertelfinale feierten sie damals gegen den KRC Genk - Freiburgs Achtelfinal-Gegner in der aktuellen Saison.
Nach zehn Jahren will Celta Vigo mit einem Viertelfinal-Erfolg gegen den SC Freiburg wieder ins Halbfinale einziehen. Vor allem für Trainer Claudio Giráldez wird das Rückspiel im heimischen Estadio Balaídos ein besonderes - es wird sein 100. Spiel als Cheftrainer für den Klub. Er hatte die U19 und dann die zweite Mannschaft trainiert, bevor er 2024 befördert wurde.
Sportlich gefestigt im neuen Jahr
Celta Vigo ist in der Liga erneut auf dem Weg in die Europa League. Seit 15 Spieltagen steht die Mannschaft immer auf den Plätzen sechs oder sieben - vor allem Dank der Auswärtsbilanz. Auf fremden Plätzen hat das Team einen Punkteschnitt von 1,8, während es bei Heimspielen 1,1 Punkte im Schnitt holt. Auch der am Sonntag errungene 3:2-Auswärtssieg beim FC Valencia passt in dieses Bild.
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Iago Aspas - Identifikationsfigur und Top-Scorer
Iago Aspas, der 38-jährige gebürtige Galicier, stand im Spiel gegen Valencia nicht im Kader, trotzdem ist er das Gesicht des Klubs, für den er bereits in der Jugend spielte. Dann versuchte er sich ein Jahr beim FC Liverpool und ein weiteres beim FC Sevilla. Doch in Spanien können ihn sich die meisten nur im traditionellen hellblauen Heimdress des Klubs vorstellen, zu dem er als "verlorener Sohn" vor elf Jahren zurückgekehrt war. Seither brilliert er mit seinem starken linken Fuß, seiner Wucht im Abschluss und seinem unglaublichen Tor-Riecher. Damit gelang ihm im Februar 2026 ein La-Liga-Meilenstein: Im 21. Jahrhundert war mit 242 Scorerpunkten kein Spanier besser als er.
Die Europa League hat er schon einmal gewonnen. 2015 gelang ihm dieser Coup mit dem FC Sevilla. Wenig verwunderlich also, dass Vigo-Trainer Giráldez hier voll auf seine Erfahrung setzt. Er und Linksaußen Williot Swedberg aus Schweden stehen jeweils bei sechs Scorerpunkten, ergänzen sich perfekt und legen sich die Tore gegenseitig auf.
Spielt Iago Aspas gegen Freiburg?
Trotz der Superlative ist seine Zukunft im Verein ungewiss, denn sein Vertrag läuft nach dieser Saison aus. Trainer Giráldez hofft auf eine Verlängerung und bekräftigte dies im Februar im Gespräch mit spanischen Medien: "Ich möchte, dass er bleibt und er weiß das auch, weil wir es ihm gesagt haben." Einer der Gründe, die ihn zum Abgang bewegen könnten, sind die nur noch sporadischen Einsätze in der Liga. Auch ob Aspas für das Hinspiel gegen den SC überhaupt mit vollen Kräften zur Verfügung steht, ist fraglich. Nach seinem Ausfall gegen Valencia heißt es in spanischen Medien, er leide unter Überlastungserscheinungen in der linken Achillessehne.