"Du watschelst niemals alleine." Das ist das Motto des FC Ente Bagdad. Hier steht nicht das Sportliche im Vordergrund. Es geht um Toleranz, Respekt und das Miteinander. Seit Jahren verbindet der Verein den Volkssport Fußball mit sozialen Projekten.
"Wir haben heute einen Erinnerungsspieltag hier in der Enten-Arena und wir haben immer als Schwerpunkt eine Opfergruppe. In diesem Fall haben wir die als 'Asoziale' von den Nazis bezeichneten Menschen hier - wir freuen uns unwahrscheinlich, dass wir die Nationalmannschaft wohnungslosen Menschen hier in der Enten-Arena begrüßen dürfen", erklärt Ronald Uhlig, der den Verein Ente Bagdad mitbegründet hat.
Erinnerung an Opfergruppen der Nazis
Fußball soll für alle da sein - ein bundesweites Netzwerk bietet wohnungslosen Menschen die Möglichkeit, am Fußball teilzunehmen. Die Spieler sind aus ganz Deutschland angereist. Johan Graßhoff ist der Trainer der Nationalmannschaft wohnungsloser Menschen und weiß, was der Fußball an dieser Stelle bewirken kann. "Normalerweise ist es für die meisten so, dass sie eher am Rande der Gesellschaft stehen und eher im Abseits sind. Wir versuchen durch Fußball, beziehungsweise Straßenfußball die Menschen ein bisschen mehr in die Mitte zu rücken. Auch ein bisschen Sichtbarkeit zu gewährleisten", so die Zielsetzung von Graßhoff.
Sichtbarkeit von gesellschaftlichen Randgruppen
Beim FC Ente Bagdad fühlen sich alle willkommen - 26 Nationalitäten gibt es im Verein - aber Herkunft, Kultur, Religion, sexuelle Orientierung, Hautfarbe und Alter - das spielt alles keine Rolle. Edgar Ledur ist Spieler bei Ente Bagdad. Genau in diesem Umfeld fühlt er sich wohl und schätzt die besondere Atmosphäre bei diesem außergewöhnlichen Verein. "Wir haben Spiele gehabt gegen ein jüdisches Team gegen Maccabi, gegen Sinti und Roma und man tauscht sich einfach aus. Man lernt Leute kennen, über die man sonst redet, aber mit ihnen zu reden, das ist unser Ziel. Das verbindet uns", schwärmt Ledur von seinen Erfahrungen, die weit über den Fußball hinausgehen.
Kontakte mit Außenseitern eröffnen neue Perspektiven
Gemeinsam für Erinnerung und Vielfalt - ganz nach dem Motto von Ente Bagdad - "You'll never watschel alone". Integration wird hier täglich gelebt und das macht den Verein und seine Aktionen so wichtig, nicht nur, aber gerade am Erinnerungstag für die Opfer des Nationalsozialismus.