An der Wand im Ausstellungsraum prangt ein Gemälde von StreetArt-Künstlern, davor liegt ein Stück grüner Kunstrasen. Alles dreht sich hier in den nächsten Monaten um Fußball, lässt bei Radiomitschnitten Emotionen hochkommen und Erinnerungen wach werden.
Welcher ältere Mainz 05-Fan denkt nicht mit Stolz an den ersten Bundesliga-Aufstieg am 21. Mai 2004? Der legendäre Stürmer Michael Thurk schoss die Mainzer damals mit zwei Toren in die erste Liga.
Thurks Schuhe aus dem Aufstiegsspiel sind im Mainzer Landesmuseum ausgestellt - in einer Vitrine neben der Fritz-Walter-Medaille für 05er Nelson Weiper. Der war 2022 bester U17-Spieler Deutschlands. Die Erinnerungsstücke haben Fußballer und Fans der Ausstellung zur Verfügung gestellt.
Die Ausstellung zeigt auch verschiedene persönliche Andenken von Fans - handsignierte Trikots, Eintrittskarten oder Hochzeitsfotos eines fußballverrückten Ehepaares. Die beiden heirateten am für Mainz 05-Fans so symbolträchtigen 05.05.2005.
"Das sind emotionale Momente und wir freuen uns, dass wir diese privaten Geschichten zeigen können", sagt Museumsdirektorin Birgit Heide.
Jüdische Kippas vom Mainzer Verein Ente Bagdad
Eine andere Vitrine widmet sich dem Mainzer Integrationsverein Ente Bagdad. Er steht seit mehr als 50 Jahren für Toleranz und Integration. Neben dem Vereinssymbol, einer Gummiente, liegen zwei Kippas, traditionelle jüdische Kopfbedeckungen. Die trugen einst die Spieler des Mainzer Vereins Ente Bagdad in einem Freundschaftsspiel, um ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen.
Ausstellung wird durch Vorträge ergänzt
Die Ausstellung ist genau das Richtige für Menschen, die sich an Geschichten, Erinnerungen und Wissenswertem rund um den Fußball erfreuen können. Als Begleitprogramm gibt es Talkrunden und Vorträge - beispielsweise über Diskriminierung, Machtstrukturen und Fankultur.