Mal wieder der 1. FC Magdeburg: Abgesehen vom 34. Spieltag der abgelaufenen Zweitligasaison, als es für beide Teams um nichts mehr ging und der FCK mit 1:0 gewinnen konnte, gab es in Sachsen-Anhalt für den 1. FC Kaiserslautern dort lange nichts zu holen. In den Jahren zuvor hatten die Roten Teufel beim FCM fünfmal in Serie verloren - bei 1:10 Toren.
FCK-Abwehr lässt sich in der Anfangsphase überrumpeln
Und auch diesmal musste der FCK ohne Punkte die Heimreise antreten. Bei der 0:3 (0:2)-Auswärtspleite am fünften Spieltag der 2. Liga lagen die Pfälzer bereits nach etwas mehr als einer Viertelstunde mit 0:2 hinten. Emmanuel Iyoha (11. Minute) und Alexander Nollenberger (16.) sorgten für die frühe Zwei-Tore-Führung der Gastgeber. Die Roten Teufel kassierten damit bereits in der Anfangsphase doppelt so viele Treffer wie in den ersten fünf Pflichtspielen der neuen Spielzeit zuvor. Iyoha (53.). legte in der zweiten Hälfte sein zweites Tor für den FCM gegen in allen Belangen schwache Gäste nach.
Julian Krahl: "Mangelnde defensive Stabilität"
"Heute sind leider einige Sachen nicht gut gelaufen, anders als in den letzten Wochen", analysierte Keeper Julian Krahl am Sportschau-Mikron. "Wir werden uns das jetzt anschauen, daraus lernen und versuchen, es nächste Woche besser zu machen."
Krahl kritisierte die "mangelnde defensive Stabilität. Magdeburg war immer einen Schritt schneller. Sie wollten es einen Tick mehr. So Tage gibt es."
Torsten Lieberknecht: "Heute wollte nichts gelingen"
FCK-Trainer Torsten Lieberknecht bemängelte ebenfalls, dass "die Stabilität" gefehlt habe. Zudem habe sein Team zu viele "individuelle Fehler" gemacht. "Heute wollte nichts gelingen", resümierte der Coach. "Das war der berühmte gebrauchte Tag - in allen Bereichen."
Kaiserslautern bleibt hinter den Erwartungen zurück
Die Leistung seiner Mannschaft in Magdeburg war ein Rückfall. Offensiv ging aus dem Spiel heraus fast nichts, auch wenn sich vor allem Marlon Ritter abrackerte, letztlich aber ohne entscheidenden Ertrag blieb. Lediglich nach Standardsituationen entstand partiell Gefahr. Die Abwehr zeigte sich überraschend anfällig. Zudem präsentierte sich der FCM zweikampfstärker als das Gast-Team.
Trotzdem ein ordentlicher Start in der 2. Liga
Wo steht also der 1. FC Kaiserslautern aktuell? Klar ist: Die Mannschaft ist noch nicht so weit, wie es vor Wochenfrist nach dem klaren Heimerfolg gegen Darmstadt (3:0) schien. Ein absolutes Spitzenteam der 2. Liga ist der FCK nicht.
Acht Punkte aus fünf Spielen sind bei dem anspruchsvollen Startprogramm der Roten Teufel aber trotzdem immer noch eine gute Ausbeute. Dazu kommt das Weiterkommen im DFB-Pokal beim SV Waldhof Mannheim. Defizite sind aber ebenfalls offensichtlich. In der Offensive greifen die Abläufe zwar besser als zu Saisonbeginn, doch viel zu oft ist der FCK im Angriff auf die individuelle Klasse seiner Spieler und Einzelaktionen angewiesen. Wenn wie in Magdeburg Effizienz und Matchglück ausbleiben, dann steht vorne eben die Null.
Defensiv funktionierte das Spiel gegen den Ball in der bisherigen Saison auf hohem Niveau, doch Magdeburg war diesbezüglich ein Rückschlag. Die FCK-Abwehr war nicht energisch und resolut genug in den Zweikämpfen.
Ivan Prtajin ist zurück im Mannschaftstraining
Trotzdem gibt es Grund für Optimismus. Die im Sommer in Teilen neu zusammengestellte Mannschaft wird weiter zusammenwachsen. Und im Sturm wartet man beim FCK sehnlich auf die Rückkehr von Ivan Prtajin. Mehr als sieben Monate nach seinem Achillessehnenriss war der Torjäger zuletzt "über individuelles und dann teilintegriertes Training wieder komplett ins Mannschaftstraining eingestiegen", wie FCK-Coach Lieberknecht sagte. Eine vollständige Rückkehr auch aufs Feld sei im Oktober realistisch.
Mit Prtajin hätte der FCK einen absoluten Ausnahmespieler für die 2. Liga in seinen Reihen. Ein Angreifer, der für Effizienz und Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor steht. Ein Stürmer, der in Magdeburg schmerzlich gefehlt hat.
Doch die nächsten Wochen muss es noch ohne Prtajin gehen. So auch Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig (19.09., 13:00 Uhr, live in SWR1 Stadion), dass der Kroate sicher verpassen wird. Da werden die Roten Teufel es auch ohne den 30-Jährigen besser machen müssen als in Magdeburg.