2. Fußball-Bundesliga

"Bin ein Kind der Kurve": FCK-Trainer Lieberknecht über Routinen, Neuzugänge und alte Liebe

Als Trainer des 1. FC Kaiserslautern ist Torsten Lieberknecht emotional. Bei seinem Studiobesuch bei SWR Sport sprach er über Rituale, Fans und die neuen Spieler beim FCK.

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Stand

Spieltage sind für Fans und Fußballer oft mit festen Ritualen verbunden. Feste Abläufe, routinierte Wege, damit alles passt, bis zum Anpfiff. Auch viele Trainer sind in all dem, was sie tun, eingespielt. Für FCK-Trainer Torsten Lieberknecht aber endet das nicht mit dem Abpfiff. Das Ende eines Spieltages sieht beim Coach meist ähnlich aus - auch am Samstag nach dem 3:0 gegen Lieberknechts Ex-Club Darmstadt 98. "Irgendwann wurde es ein beseeltes Wegnicken", verriet Lieberknecht bei seinem Studiobesuch einen Tag später bei SWR Sport.

Abends auf der Couch einschlafen, wenn der Spieltag geschafft ist, bei Lieberknechts eines der Rituale: "Um zwei Uhr bin ich wieder aufgewacht und war froh, dass ich dann relativ schnell das Bett wiederentdeckt habe. Dann bin ich von der Couch in Richtung Bett gewandert, mit meiner Frau, die mit eingeschlafen ist."

Besonderes Duell am Böllenfalltor

Ein bisschen Alltag nach einem für den FCK-Coach besonderen Spiel gegen Darmstadt 98, jenen Verein, mit dem Lieberknecht 2023 in die Bundesliga aufgestiegen war. "Es ist immer besonders, weil ich sehr erfolgreiche Zeiten dort hatte, viele Leute kenne", sagte er: "Aber: An dem Tag ist Job angesagt. Und wenn du dann Trainer vom FCK bist - sehr gern. Dann gewinnst du auch gern." Und doch freute sich Lieberknecht, dass viele Lilien-Fans sich noch immer gern an ihn erinnern.

Die Verbindung zu den Fans, ob einst am Böllenfalltor in Darmstadt oder jetzt auf dem Betzenberg, bedeutet dem Coach viel: "Ich bin auch ein Kind der Kurve. Für mich ist Fußball etwas extrem Bodenständiges, auch wenn wir das manchmal nicht vermitteln." Und doch ist Lieberknecht der Kontakt wichtig und das nicht nur einseitig. "Für mich ist es einfach wichtig, an der Basis die Energie zu holen. Die Leute haben das einfach verdient - in jedem Stadion, weil sie ihr Herz und ihre Leidenschaft im Verein lassen. Fußball ist Volkssport und soll es auch immer bleiben."

FCK im DFB-Pokal in Hannover

Dazu gehöre auch, den Fans zuzuhören. "Die Fans sind das wichtigste Organ eines Fußballvereins", so Lieberknecht: "Das ist kein 'ich unterhalte mich mal' - sondern: Ich mache das wirklich gern." Dazu gehört auch, beim Besuch im TV-Studio mit der Auslosung der 2. Runde im DFB-Pokal zu hadern. "Wir hätten uns gern' daheim gesehen", so Lieberknecht, der mit dem FCK bei Hannover 96 ran muss: "Nach drei Jahren wäre es mal schön gewesen, ein Heimspiel zu haben. So ist es ein direkter Ligakonkurrent, der seine Stärke hat."

Dass der Auftakt in den DFB-Pokal und das Krawall-Spiel beim SV Waldhof in Mannheim samt des laufenden Verfahrens weiter Thema ist, hat auch Lieberknecht in den vergangenen Wochen beschäftigt. In der Mannschaft aber gab es einen anderen Schwerpunkt. "Das Wichtigste für uns war, dass wir über die sportlichen Inhalte gesprochen haben", so Lieberknecht: "Wir haben es inhaltlich nach dem Spiel besprochen. Klar ist, dass die Emotionalität auch ein Thema war."

FCK-Neuzugänge sind angekommen

Der Fokus auf das Sportliche ist für Lieberknecht gerade zu Beginn der Saison zentral. Die Liste der Aufgaben ist schließlich lang: nach der Sommervorbereitung die Learnings auf den Platz bringen, die Mannschaft auf ein neues Level bringen und dabei auch die Neuzugänge integrieren. Das scheint zu funktionieren. Schließlich haben mit Mário Sauer und Thierry Fidjeu-Tazemeta gegen Darmstadt gleich zwei Neuzugänge getroffen und nach der Partie geschwärmt, vom Betzenberg, von Treffern und den vielen Emotionen.

Kaiserslautern

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Stadion SWR1

Lieberknecht freute sich über die strahlenden Gesichter seiner Spieler am ARD-Mikro: "Die neuen Spieler fühlen sich extrem wohl. Sie haben den FCK relativ schnell verinnerlicht, was die Werte sind und was es bedeutet, bei uns in der Mannschaft zu spielen." Daran aber hätten auch alle, die den Verein so gut kennen, großen Anteil.

FCK? "Es war die richtige Entscheidung"

"Das liegt auch an den älteren Spielern, an Marlon Ritter, an Leon Robinson, an den Jungs, die den FCK jetzt schon jahrelang begleiten. Weil sie auch gemerkt haben, dass nicht nur Fußballer kommen, die kicken können, sondern die sich auch sozial sehr schnell in die Mannschaft integrieren möchten", betonte Lieberknecht. Es passt also aktuell für den Trainer beim 1. FC Kaiserslautern - mit erfahrenen Spielern, Neuzugängen und auch seinen Routinen: "Es war die richtige Entscheidung, den FCK zu übernehmen, in einer sehr herausfordernden Situation."