FCK-Sportdirektor im Interview

Klos: FCK startet mit "klaren Waffen" in die neue Saison

Für den FCK könnte das Traningslager in Südtirol kaum besser laufen. Entsprechend optimistisch zeigt sich Sportdirektor Marcel Klos im Interview mit SWR Sport.

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Von Autor/in Michi Glang

Der 1. FC Kaiserslautern steckt mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison und hat sein Trainingslager erneut in Sterzing bezogen. Für Marcel Klos ist es fast ein wenig, wie "nach Hause zu kommen". Zumal die Roten Teufel ein perfektes Setting vorfinden: "Die Eindrücke sind extrem positiv, wir wurden sehr herzlich empfangen und haben super Bedingungen. Der Platz ist nochmal besser als letztes Jahr."

Die Rahmenbedingungen passen also und auch mit dem Auftreten des Teams ist Klos durchweg zufrieden. "In den letzten beiden Einheiten haben wir nochmal einen Peak gesetzt. Die Jungs geben schon Gas, wir sind wirklich sehr zufrieden", sagte der 37-Jährige. "Da wächst etwas zusammen. Es ist natürlich immer schwierig, diesen Spagat hinzubekommen zwischen Ernsthaftigkeit, Professionalität (...) und dem gewissen Spaßfaktor."

Der FCK und die "Konfrontationsmethode" zum Auftakt

"Eine Dynamik, eine Synergie" entstehe immer aus der Mannschaft heraus, erläuterte Klos: "Da muss es eine gute Stimmung geben. Aber natürlich mit einem gewissen Kampf auf dem Platz, da geht es um die Elf, die gegen Wolfsburg startet." Mit dem Auswärtsspiel beim Absteiger und Top-Favorit VfL Wolfsburg am 8. August wartet direkt eine ganz hohe Hürde.

Auch danach bleibt keine Zeit zum Durchatmen. Nach den Derbys gegen den KSC und im DFB-Pokal bei Waldhof Mannheim tritt der FCK beim FC St. Pauli an. "Ich glaube, für eine zweite Liga direkt mit der Konfrontationsmethode anzufangen, ist vor allem für die Neuzugänge gut. Weil wir direkt die Kracher zu Beginn haben", sagte Klos. "Ich wurde angesprochen, ob es gut schlecht ist, Wolfsburg direkt zu Beginn zu haben. An sich ist es egal, wir müssen auf uns schauen und voll da sein."

Neuzugänge bringen frischen Wind

Voll da ist die Mannschaft auf jeden Fall in den Tagen von Sterzing. Dafür sorgen die Neuzugänge und die zahlreichen jungen Spieler im Aufgebot. "Man sieht in den Einheiten, dass die richtig Hunger haben, sich zu zeigen und dabei richtig Gas geben. Ich finde, das steigert unser Trainingsniveau aktuell extrem", freute sich Klos. "Es gibt eine Anpassung auf allen Positionen, auf allen Ebenen. Die bringen diese Ernsthaftigkeit rein, davon profitiert die gesamte Mannschaft."

Mit Yannick Onohiol (21, TSG Hoffenheim) Kelven Frees (21, ausgeliehen von der TSG Hoffenheim) und den Offensivspielern Ibrahim Kanaté (19, ausgeliehen vom RSC Anderlecht), Thierry Tazemeta (18, Borussia Dortmund) sowie Erencan Yardimci (24, ausgeliehen von der TSG Hoffenheim) holte der FCK bislang fast ausschließlich extrem junge Profis, die für frischen Wind am Betzenberg sorgen sollen.

FCK: Weitere Neuzugänge möglich

Klos ist optimistisch, dass die Neuen dabei helfen werden, das angestrebte Saisonziel ("Besser als letztes Jahr") zu realisieren. "Es liegen erst dreieinhalb Wochen hinter uns. Was man aber schon deutlich erkennt: Wir haben mit den Spielern klare Waffen in die Mannschaft bekommen. Da geht es um Intensität, Schnelligkeit, eine gewisse Dynamik. Wir haben die Jungs schon länger beobachtet und uns auch etwas dabei gedacht", sagte der Sportdirektor.

Das Gerüst des Kaders steht also beim FCK. Das heißt aber nicht, dass sich am Aufgebot nichts mehr ändern wird. "Wir sind immer auf Dynamik auf dem Transfermarkt vorbereitet. Der Transfermarkt ist noch sechs Wochen auf. Man merkt so langsam, dass es richtig losgeht, weil die ganzen Erstliga-Mannschaften in die Vorbereitung starten", sagte Klos. "Wir halten immer Augen und Ohren offen, um zu schauen, was wir als i-Tüpfelchen noch draufsetzen können. Da wird, glaube ich, schon noch Bewegung reinkommen. Aber da lassen wir uns natürlich nicht komplett in die Karten schauen."

Prtajin macht tolle Fortschritte

Hoffnung macht den FCK-Fans derweil, dass Torjäger Ivan Prtajin nach seinem Achillessehnenriss weiter Fortschritte macht. Der Kroate schuftet derart auf dem Weg zu seinem Comeback, dass es Klos beeindruckt. "Da zeigt sich natürlich sein Charakter, seine Mentalität. Er hat so viel gearbeitet über den Sommer hinweg. Er ist jeden Tag dran geblieben, extrem verbissen und ehrgeizig, um der Mannschaft so schnell wie möglich wieder helfen zu können", sagte der 37-Jährige. "Ich bin extrem froh, ihn wieder in Fußballschuhen zu sehen. Man muss ihn fast ein bisschen bremsen."

Natürlich, so Klos, dürfe man Prtajin nach der schweren Verletzung nicht zu früh "in die Belastung geben". Der 30-Jährige tut jedenfalls alles dafür, so schnell wie möglich wieder fit zu werden und zu alter Form zu finden. Für die "Konfrontationsmethode" zum Auftakt wird es sicher noch nicht reichen. Aber die Zeichen stehen gut, dass Prtajin später zu einer Mannschaft stoßen wird, die sich bereits gefunden hat.

Erstmals publiziert am
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Autor/in
Michi Glang
Michi Glang
Das Interview führte
Marius Müller