Fußball | Landespokal-Endspiele

So läuft der Finaltag der Amateure - die Südwest-Duelle im Überblick

Großer Tag für "kleine" Clubs: Am Samstag (23.05.) steht der Finaltag der Amateure an. Der Südwesten ist mit fünf Partien vertreten, in denen die Clubs um den Einzug in den DFB-Pokal spielen.

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Stand

Von Autor/in Mika Fetzer, Madeleine Wandelt

Der Finaltag der Amateure ist die größte Fußballübertragung des Jahres. 21 Partien in allen Landesverbänden Deutschlands werden rund acht Stunden lang live in der ARD und bei sportschau.de übertragen. Die Spiele sind dabei auf insgesamt vier Anstoßzeiten verteilt, die hier eingesehen werden können. Durch den Tag führt Moderatorin Julia Scharf, an ihrer Seite steht DFB-Schiedsrichter Patrick Ittrich, der als ARD-Experte am Mikrofon sein wird.

Für die Clubs geht es dabei nicht nur um den Sieg im jeweiligen Landespokal, sondern auch um die Teilnahmeberechtigung am DFB-Pokal. In der vergangenen Saison brachte alleine die Teilnahme an der ersten Runde Einnahmen von über 200.000 Euro pro Club - für Amateurvereine ein finanzieller Segen. Hinzu kommen noch die Einnahmen für Heimspiele gegen attraktive Gegner. Der FK Pirmasens beispielsweise durfte sich in der ersten Runde des diesjährigen DFB-Pokals über ein Heimspiel gegen den Hamburger Sportverein freuen.

VfR Mannheim - Waldhof Mannheim
Bahlinger SC - FC 08 Villingen
TSV Schott Mainz - FK Pirmasens
TuS Koblenz - SV Eintracht Trier
Stuttgarter Kickers - SG Sonnenhof Großaspach

Stadtderby in Mannheim

Seit fast sieben Jahren sind die beiden Mannheimer Clubs nicht mehr in einem Pflichtspiel aufeinander getroffen. Jetzt ist es wieder soweit: Um 11:30 Uhr eröffnen am Samstag die beiden Stadtrivalen SV Waldhof und VfR Mannheim den Finaltag der Amateure. Auf dem Papier ist der Waldhof als Drittligist klarer Favorit gegen den Oberligisten. Ein Blick auf den bisherigen Verlauf des Landespokals zeigt allerdings, dass sich der VfR in der Underdog-Rolle durchaus wohl fühlt: Im Halbfinale schlug der Mannheimer Club überraschend den Regionalligisten SV Sandhausen.

Der VfR Mannheim stellt außerdem eine der stärksten Offensiven der Oberliga, hat die Saison auf Platz zwei beendet und sich somit für die Aufstiegsrelegation in die Regionalliga qualifiziert. Der Drittligist Waldhof dagegen gewann von den vergangenen acht Ligaspielen nur eins und stellt eine der schwächsten Defensiven der dritten Liga. Die Vorzeichen stehen also gut für ein torreiches Finalderby in der Quadratestadt.

Fans des VfR Mannheim feuern ihre Mannschaft an

Titelträger gegen Rekordsieger im südbadischen Pokalfinale

Schon im vergangenen Jahr trafen der Bahlinger SC und der FC Villingen im Pokal aufeinander. Im Viertelfinale siegten die Bahlinger eindrucksvoll mit 3:0 und gewannen den südbadischen Pokal schlussendlich auch - es war der vierte Titel für den SC. Der FC Villingen dagegen ist mit elf Siegen Rekordsieger des Wettbewerbs. In diesem Jahr treffen die beiden Clubs am Finaltag der Amateure um 13:30 Uhr aufeinander. Austragungsort wird das Karl-Heitz-Stadion in Offenburg sein, das etwa 10.000 Zuschauer fasst.

Ein Favorit im traditionellen Sinne ist für diese Partie schwer auszumachen: Villingen steht in der Oberliga Baden-Württemberg auf Tabellenplatz acht, nachdem der Verein letzte Saison aus der Regionalliga abgestiegen war. In der selben Situation wie Villingen vergangenes Jahr steht der Finalgegner aus Bahlingen in dieser Saison: Der Noch-Regionalligist steht abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz, mehr als 20 Punkte fehlen auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz. Ob also der formschwache Regionalligist oder der Oberligist aus dem Tabellenmittelfeld den Sieg holt, ist schwer vorauszusagen. Klar ist jedenfalls: Es kann ein hochspannendes Finale erwartet werden.

Revanche im Südwestpokal: Mainz trifft erneut auf Pirmasens

Im Südwestpokal kommt es zur Neuauflage des Vorjahresfinals: TSV Schott Mainz gegen den FK Pirmasens. Vor einem Jahr setzte sich Pirmasens überraschend mit 2:1 durch und beendete die Siegesserie der Mainzer. Für Schott ist es bereits das fünfte Verbandspokal-Finale in Folge, zwischen 2021 und 2024 gewann der Verein den Wettbewerb sogar dreimal hintereinander. Es ist bereits das dritte Endspiel zwischen den beiden Teams, denn auch 2022 standen sich Mainz und Pirmasens im Finale gegenüber.

Nach dem bitteren Regionalliga-Abstieg könnte der Pokalsieg die Saison des TSV doch noch versöhnlich beenden. Pirmasens reist dagegen mit viel Selbstvertrauen an und will den Titel verteidigen. Gespielt wird in der Weingartener Arena vor 5.000 Zuschauern um 13:30 Uhr.

Traditionsduell um den DFB-Pokal: Trier gegen Koblenz

Im Finale des Rheinlandpokals treffen mit Eintracht Trier und der TuS Koblenz zwei Traditionsvereine aufeinander. Anpfiff ist um 13:30 Uhr in Trier. Der Regionalligist geht zwar als Favorit in das Heimspiel, doch TuS Koblenz weiß, wie Pokal geht: Vor zwei Jahren gewannen die Koblenzer selbst den Titel und qualifizierten sich somit für den DFB-Pokal, wo allerdings in der ersten Runde gegen den VfL Wolfsburg Schluss war.

Eine besondere Verbindung herrscht auch zwischen den beiden Trainern, Thomas Klasen und Michael Stahl. In der Saison 2010/11 standen beide gemeinsam für die TuS Koblenz auf dem Platz. Damals traf Klasen im DFB-Pokal-Achtelfinale zum zwischenzeitlichen 1:0 gegen den 1.FC Kaiserslautern - am Ende schied der damalige Drittligist nach einer 1:4-Niederlage aus. Jetzt, knapp 16 Jahre später, wollen beide Trainer ihren Spielern die Möglichkeit bieten, selbst einmal im DFB-Pokal anzutreten. Für Trier, den Rekordsieger des Rheinlandpokals, wäre es der erste Pokalsieg seit zehn Jahren, Koblenz will dagegen die nächste Überraschung schaffen.

Amateur-Double oder DFB-Pokal für die Kickers?

Stuttgarter Kickers spielen WFV-Pokal Halbfinale vor Fankulisse

Stuttgarter Kickers gegen Sonnenhof Großaspach klingt bekannt? Das ist wenig überraschend, die beiden Clubs haben schließlich schon vergangenes Wochenende auf der Waldau gegeneinander gespielt. Beide Vereine spielen in der Regionalliga-Südwest, die Kickers beendeten die Saison auf Platz sieben, während Großaspach als Meister in die dritte Liga aufsteigen wird.

Anpfiff des WFV-Pokalfinals ist um 15:30 Uhr, mehr als 7.500 Tickets sind bereits verkauft. Für die Stuttgarter Kickers bietet das Spiel unter Interimstrainer Kerem Arslan die Gelegenheit, eine durchwachsene Saison doch noch mit einem Titel zu beenden, die SG Sonnenhof Großaspach dagegen könnte sich mit einem Sieg das "Amateur-Double" aus Regionalliga-Meisterschaft und Pokalsieg sichern.