Stuttgarts Gegner in der Europa League

Go Ahead Eagles gegen den VfB: "Ein Highlightspiel für den ganzen Verein"

Im Duell der beiden Pokalsieger sind die Go Ahead Eagles gegen den VfB Stuttgart klarer Außenseiter. Deventer-Verteidiger Gerrit Nauber erklärt, was auf die Schwaben zukommt.

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Von Autor/in Elias Bock

Zugegeben, die Go Ahead Eagles aus Deventer sind nicht der größte Name im europäischen Fußball. Am fünften Spieltag in der Europa League trifft der VfB Stuttgart zum ersten Mal überhaupt auf den niederländischen Klub. "Es ist ein kleiner, familiärer Verein mit einem coolen Charakter und Charme", sagt Gerrit Nauber gegenüber SWR Sport. Der ehemalige Sandhäuser spielt seit vier Jahren für den Klub aus Ostholland.

Deventer ist eine der ältesten Städte in den Niederlanden und hat rund 100.000 Einwohner. Die ganze Stadt lebe für den Verein, sagt Nauber. Die Go Ahead Eagles wurden 1902 unter dem Namen "Be Quick" gegründet und gewannen zwischen 1917 und 1933 viermal die Meisterschaft in den Niederlanden.

Ein Pokalwunder und der erste Titel seit 92 Jahren

In der vergangenen Saison wurden die Eagles in der Liga Siebter. Im Pokalfinale gewannen sie als Außenseiter sensationell im Elfmeterschießen gegen AZ Alkmaar. Für den Klub war es der erste Titel seit 92 Jahren. "Das war verrückt. Ich glaube, 50.000 oder 60.000 Fans waren bei der Pokalfeier in der Innenstadt", erklärt Nauber im Gespräch mit SWR Sport.

Gerrit Nauber als Spieler vom SV Sandhausen im Jahr 2021
Gerrit Nauber (li.) spielte zwischen 2019 und 2021 für den SV Sandhausen.

Durch den Triumph im Pokal qualifizierten sich die Go Ahead Eagles zum ersten Mal für die Europa League. Verantwortlich für den Erfolg war auch der damalige Trainer Paul Simonis, der im Sommer zum VfL Wolfsburg wechselte, dort aber Anfang November entlassen wurde.

Uns liegen die großen Mannschaften

In der bisherigen Europa-League-Saison haben die Eagles die identische Punkteausbeute wie die Stuttgarter vorzuweisen: jeweils zwei Siege und zwei Niederlagen. Überraschen konnte Deventer mit einem 2:1-Heimsieg gegen Aston Villa. Überschattet wurde der erste Heimsieg in der Europa League von der Verletzung von Gerrit Nauber. Der Abwehrroutinier zog sich einen Schien- und Wadenbeinbruch zu und fällt länger verletzt aus.

Im jüngsten Heimspiel in der Liga gewann Deventer gegen Feyenoord Rotterdam mit 2:1 und gegen den niederländischen Rekordmeister Ajax Amsterdam gab es am zweiten Spieltag ein starkes 2:2. "Uns liegen die großen Mannschaften, da sind wir taktisch immer gut eingestellt. In diesen Spielen versuchen wir, über Konter unsere Räume zu finden", so Nauber.

Auf diese Stärken wird Deventer wohl auch im Spiel gegen den VfB Stuttgart zurückgreifen. Gerade gegen tief stehende Gegner taten sich die Stuttgarter in der Vergangenheit immer mal wieder schwer. Für den gesamten Verein sei das Duell ein Highlightspiel, sagt Nauber. Seine Mitspieler hat er vor dem VfB gewarnt:

Sie gehören zu den Topmannschaften in Deutschland. Wenn die Stuttgarter im Flow sind, können sie jede Mannschaft schlagen

Der Kader

Im Team von Deventer-Trainer Melvin Boel fehlen die echten Topstars. Bester Torschütze mit vier Treffern ist Stürmer Milan Smit. Neben Abwehrspieler Nauber steht mit Ersatztorwart Luca Plogmann ein weiterer deutscher Spieler bei den Adlern unter Vertrag.

"Ob das Niveau von Deventer Spitze in der 3. Liga, 2. Liga oder unteres Bundesliganiveau ist, ist schwer zu beurteilen", analysiert Nauber. Dazu sei die Spannbreite in der Eredivisie zu groß. Vor dem Duell mit den Stuttgartern gab es für die Eagles am vergangenen Wochenende eine deutlichen Rückschlag. Gegen das abstiegsbedrohte Heracles Almelo gab eine 2:4 Auswärtsniederlage.

Nur 500 Auswärtskarten für den VfB

Die Heimspielstätte der Go Ahead Eagles aus Deventer ist das Stadion "De Adelaarshorst" und bietet Platz für gerade einmal 10.000 Zuschauer. "Es ist ein kleines, enges Stadion mit verrückten Fans", erzählt Gerrit Nauber. Der VfB Stuttgart bekam wegen der kleinen Kapazität gerade einmal 500 Tickets für seine Fans zugeteilt. Für die 500 VfB-Fans wird die rund 560 Kilometer lange Reise nach Deventer aber sicherlich ein ganz besonderes Erlebnis werden.

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Elias Bock