"Anderer Fußball als in der Bundesliga"

Mainka schlägt Alarm: Hat Heidenheim die 2. Liga noch nicht angenommen?

Zwei Spiele, zu viele Gegentore: Absteiger Heidenheim sucht noch die Eingangstür zur neuen Zweitligasaison. Kapitän Patrick Mainka wird deutlich.

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Von Autor/in Patrick Stricker

Wer schon immer mal wissen wollte, wie lange unter Profifußballern eine Videoanalyse dauern kann, musste am vergangenen Wochenende nur mal eben in Heidenheim nachfragen. Dort hatte die 1:4-Klatsche bei Hertha BSC vom Vortag so viel Frust und Ärger verursacht, dass das ganz sicher schmerzhafte Studieren der bewegten und bewegenden Bilder am Sonntagvormittag mehr als eine Stunde Zeit in Anspruch nahm.

"Da waren ganz viele Dinge dabei, die einfach nicht gehen und die uns in der 2. Liga nicht erfolgreich machen", gab FCH-Kapitän Patrick Mainka anschließend im Interview mit SWR Sport einen Einblick in die Erkenntnisse der Analyse von Trainer Frank Schmidt. "Das tut weh, wenn man auf dem Platz steht", so Mainka weiter: "Und tut weh, wenn man es sich anguckt."

Heidenheim bei Hertha BSC: "Im Kollektiv versagt"

Im Berliner Olympiastadion war der Bundesligaabsteiger schon in der zweiten Spielminute in Rückstand geraten. Nach gut einer halben Stunde lag Heidenheim mit 0:3 hinten, der FCH-Treffer durch Jan Schöppner kurz nach dem Seitenwechsel brachte nur minimal Hoffnung.

Berlin/Heidenheim

Pleite bei Hertha BSC Heidenheims Trainer Frank Schmidt: "Müssen uns in Grund und Boden schämen"

Der 1. FC Heidenheim enttäuscht am zweiten Spieltag der 2. Liga und kassiert bei Hertha BSC eine Klatsche. Trainer Frank Schmidt ärgert sich über die schwache Leistung seines Teams.

Stadion SWR1

"Da muss man sich in Grund und Boden schämen. Wir haben im Kollektiv versagt", polterte Schmidt kurz nach dem Abpfiff. Ein Fazit, das für die bekannte und ungeschönte Heidenheimer Ehrlichkeit spricht – und dem Mainka am Tag danach mit einer anderen Wortwahl weiteren Ausdruck verlieh.

FCH-Kapitän Mainka fordert mehr Intensität

"Grundsätzlich muss man sagen, dass wir diese zweite Liga einfach annehmen müssen", forderte der Abwehrspieler: "Es ist schon ein anderer Fußball als in der Bundesliga."

Dieser definiere sich über Dinge wie Intensität oder Zweikämpfe, erklärte Mainka: "Wenn wir da unterlegen sind, dann sind wir nicht gut genug, um Mannschaften herzuspielen, wie es Hertha mit uns gemacht hat. Es darf sich keiner rausnehmen und sagen: "Wir sind Bundesligaabsteiger, wir haben uns irgendwas verdient', weil das ist nicht so. Das wurde uns gnadenlos aufgezeigt." Heidenheim zu Saisonbeginn also noch nicht bereit für den Zweitligaalltag?

Heidenheim nach drei Jahren wieder in der 2. Liga

Nach drei Jahren im Oberhaus des deutschen Fußballs inklusive Ausflug aufs europäische Parkett der Conference League ist der Club von der Schwäbischen Alb wieder dort angekommen, wo er einst viele Jahre oben mitspielte und 2020 in der Relegation schon einmal am Aufstieg schnupperte. Statt Bayern München, Borussia Dortmund oder VfB Stuttgart heißen die Gegner in der Liga nun wieder Greuther Fürth, Eintracht Braunschweig oder Magdeburg.

Der Auftakt gegen den VfL Osnabrück war zwar geglückt, doch das 4:3 vom ersten Spieltag darf nicht über die Heidenheimer Probleme, die vor allem in der Abwehrarbeit existieren, hinwegtäuschen. Warum fällt dem FCH die Rückkehr ins Unterhaus so schwer?

Mainka über Heidenheims Gegentore: "Wahnsinn"

"Das sind viele Dinge, die mit Aufmerksamkeit, Konzentration, Körpersprache zu tun haben", analysierte Mainka. Die Hertha habe das Spiel machen können, wie sie wollte: "Und wir konnten nichts entgegensetzen."

Was nun nach nur kurzer Zeit vor allem zu Buche steht, sind sieben Gegentore in zwei Spielen. Mainkas knapper Kommentar dazu: "Viel zu viel. Wahnsinn."

DFB-Pokal: FCH beim SSV Jeddeloh II gefordert

Der 31-Jährige und seine Teamkollegen müssen nun vor allem an Defensivstruktur und der eigenen Körpersprache arbeiten. Ansonsten droht schon am kommenden Wochenende die nächste einstündige Videoanalyse – im schlimmsten Fall mit einer Stolperstein-Spezialfolge. Im DFB-Pokal gastiert Heidenheim am Sonntag (23.08.2026, 13 Uhr) beim Nord-Regionalligisten SSV Jeddeloh II.