Geschäftsführer müssen gehen

Hoffenheim bestätigt personelle Konsequenzen nach Streit um Roger Wittmann

Im Streit zwischen den Gesellschaftern der TSG Hoffenheim und der Geschäftsführung gibt es eine Entscheidung: Zwei Geschäftsführer müssen gehen.

Teilen

Stand

Sportlich läuft es gut bei der TSG Hoffenheim, die Kraichgauer kletterten am vergangenen Wochenende auf den sechsten Tabellenplatz der Bundesliga. Doch auf der Führungsebene des Klubs geht die Unruhe rund um die Causa Roger Wittmann unvermindert weiter. Am Mittwoch bestätigten die Kraichgauer die schon am Montag in Medienberichten angekündigten personellen Konsequenzen: Die beiden Geschäftsführer Dr. Markus Schütz (60 Jahre, Vorsitzender der Geschäftsführung) und Frank Briel (50 Jahre, Geschäftsführer Finanzen) müssen gehen.

Die Abberufung der beiden Geschäftsführer sei das Ergebnis intensiver Gespräche, heißt es in einer Vereinsmitteilung. Am Ende habe man sich "im gegenseitigen Einvernehmen darauf verständigt, die Zusammenarbeit zu beenden". "Es ist wichtig, in bewegten Zeiten das große Ganze im Blick zu behalten. Das bedeutet auch, sich auf das zu konzentrieren, was uns ausmacht: das Geschehen auf dem Platz", lässt sich der 1. Vorsitzende des Vereins, Jörg Albrecht, in der Mitteilung zitieren.

Geschäftsführer Schicker übernimmt

Die Fußball-Geschäfte sollen nun von Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker (39) und Marketing-Geschäftsführer Tim Jost (39) geführt werden. "Wir sind davon überzeugt, dass wir die TSG Hoffenheim in dieser veränderten Aufstellung und mit neuer Gemeinsamkeit positiv entwickeln können", wird TSG-Gesellschafter Dietmar Hopp in der schriftlichen Stellungnahme zitiert.

Andreas Schicker war im Oktober 2024 von Sturm Graz zu den Kraichgauern gekommen. Einen Monat später lotste er Graz-Trainer Christian Ilzer nach Hoffenheim. Wie lange der 39-jährige Schicker jedoch in Hoffenheim bleibt, ist offen. Dem Österreicher werden Abwanderungsgedanken Richtung RB Salzburg nachgesagt. 

Erreicht Streit um Wittmann nun eine neue Stufe?

Mit der Trennung von den beiden Geschäftsführern Schütz und Briel scheint im Streit um Spielerberater Roger Wittmann eine neue Eskalationsstufe erreicht zu sein. Der 65-jährige Wittmann gilt als Vertrauter von TSG-Gesellschafter und Mäzen Hopp. Hopp hält als Gesellschafter an der Profi-Abteilung 49 Prozent, die restlichen 51 Prozent liegen beim Verein, dessen Vorsitzender Jörg Albrecht ist.

Unter der Führung von Schütz als Vorsitzendem der Geschäftsführung soll das Stadion- und Hausverbot gegen Wittmann und einem weiteren Spielerberater der Agentur Rogon verhängt worden sein. Der Einfluss des Spielerberaters im Verein wurde nicht nur von Schütz und Briel, sondern auch von vielen Fans negativ gesehen. Hopp hatte die Maßnahmen gegen seinen Freund Wittmann kritisiert. Sie wurden im September vom Landgericht Heidelberg teilweise aufgehoben.

Erstmals publiziert am
Stand
Redakteur/in
Sophie Salmen