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Freiburgs neuer Stürmer Matanovic: "Ich bringe Balkan-Mentalität rein"

Freiburgs neuer Stürmer Igor Matanovic hatte bei Eintracht Frankfurt eine schwierige Saison. Was ihn in solchen Phasen motiviert und was er mit dem SC vorhat, verrät er im Interview mit SWR Sport.

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Von Autor/in Johannes Holbein

SWR Sport: Herr Matanovic, warum wollten Sie zum SC Freiburg?

Igor Matanovic: Freiburg und der SC wirken auf mich authentisch, familiär und ambitioniert. Das sind drei Werte, mit denen ich mich auch selbst beschreiben würde. Die Gespräche waren gut und der entscheidende Punkt ist das Bauchgefühl, und ich hatte wirklich gar kein Bauchgrummeln.

Sie sind mit 22 auch noch ein junger Spieler. Haben Sie die Hoffnung, dass Sie hier etwas mehr Ruhe haben, um sich zu entwickeln?

Absolut, das wurde mir auch so gesagt, dass ich mich überhaupt nicht stressen soll, dass ich in Ruhe ankommen soll. Das ist unfassbar wichtig als junger und neuer Spieler, erstmal die Mannschaft kennenzulernen, dass du den links und rechts neben dir verstehst. Dass man auf menschlicher Ebene funktioniert. Das ist bisher alles sehr gut.

Sie haben schon mal gesagt, dass Sie "Balkan-Mentalität" mitbringen. Was meinen Sie damit?

Wenn man sich die Weltmeisterschaft 2018 und die Weltmeisterschaft 2022 anschaut: Kroatien war von der individuellen Qualität nicht die beste Mannschaft, hat es aber geschafft, Zweiter und Dritter zu werden. Das haben wir nur geschafft, weil wir auf dem Platz unser Herz gelassen haben. Wir haben gebrannt, jeder war bereit, für den anderen Spieler den Zweikampf zu gewinnen und noch mehr Meter zu machen. Das hat uns ausgezeichnet, das zeichnet auch mich aus - und das versuche ich hier reinzubringen.

Sie hatten eine Saison, die nicht einfach war. Sie waren verletzt, kamen an Omar Marmoush und Hugo Ekitiké kaum vorbei. Woher ziehen Sie ihre Motivation, wenn es mal nicht so läuft?

Das Wichtigste ist, nicht den Spaß am Fußball zu verlieren. Wir müssen uns immer an die Zeit erinnern, wo wir als junge Burschen mit sieben, acht Jahren mit dem Fahrrad zum Fußballplatz gefahren sind, den Ball unterm Arm. Damals sind wir auf den Fußballplatz gegangen, ohne irgendwelche Gedanken zu haben und haben einfach versucht, den Ball ins Tor zu schießen.

Was wollen Sie mit dem SC erreichen?

Ich durfte letztes Jahr das erste Mal international spielen. Fußball-Spiele in Rom oder gegen Besiktas, davon träumen so viele Spieler und ich durfte das erleben. Und wir wollen mit dem SC Freiburg solche Spiele gewinnen. Gerne auch in England, das wäre nicht schlecht.