Es ist noch gar nicht lange her, da herrschte rund um den Karlsruher Wildpark große Euphorie. Zum Liga-Auftakt gewann man mit 2:1 gegen Bielefeld, danach zeigte man im Südwestduell beim 1. FC Kaiserslautern eine starke Leistung und verpasste nur knapp den Sieg auf dem Betzenberg (0:0). Ein starker Saisonstart, der nun eine Delle bekommen hat. Nach dem 0:3 im Heimspiel gegen Energie Cottbus beträgt die Wartezeit auf ein weiteres Erfolgserlebnis bereits mehrere Wochen.
Marcel Franke: Kann auch "mit einem 3:3 in die Pause gehen"
Dabei zeigte der KSC gegen den Aufsteiger aus der Lausitz vor allem im ersten Durchgang eine gute Leistung. Die Badener erarbeiteten sich zahlreiche Chancen, der 0:1-Rückstand zur Pause durch den Treffer von Lukas Michelbrink aus der Nachspielzeit der ersten Hälfte wäre vermeidbar gewesen. "Ich weiß nicht, ob da am Ende ein 3:0 stehen muss. Wenn man die erste Halbzeit sieht, sieht man auf beiden Seiten viele Chancen. Das kann auch mit einem 3:3 in die Pause gehen", sagte Abwehrspieler Marcel Franke nach dem Spiel im Sportschau-Interview.
Ähnlich beschrieb es Kapitän Marvin Wanitzek. "Wir hatten gute Momente, um in der ersten Hälfte in Führung zu gehen", so Wanitzek. Nach dem Pausen-Rückstand habe der KSC versucht, Druck aufzubauen. Die beiden Tore zum 0:2 von Dominik Pelivan (55.) und Justin Butler (62.) hätten dann das Spiel aber entschieden. "Wenn du zu Hause drei Dinger kriegst nach 60 oder 65 Minuten, dann ist es schwer, da noch was mitzunehmen."
Trainer Senft benennt klar die Baustellen
"Es gibt auf unserem Weg keine Abkürzungen. Wir müssen diese Fehler schnell und hart ansprechen, verarbeiten und besser machen", sagte Cheftrainer Maximilian Senft. Sein Team müsse sich im eigenen Ballbesitz besser positionieren und in Situationen wie beim 0:2 durch Pelivan in der Tiefe sowie im Strafraum besser verteidigen, so Senft.
Das vierte sieglose Ligaspiel nacheinander wollte der Coach nicht zu hoch hängen. "Wir haben alle in uns diesen Anspruch und diesen Hunger, dass wir Spiele gewinnen wollen", so Senft. "Wichtig ist, dass wir einen guten Fokus haben und dass wir wissen, wo wir auf unserem Weg stehen und dass wir schneller lernen."
In einer Woche kommt das Top-Team aus Nürnberg
Der Weg des KSC führt über die Trainingswoche zum nächsten Heimspiel in der 2. Bundesliga. Am kommenden Samstag (13:00 Uhr, live im Audiostream auf sportschau.de) geht es gegen den noch ungeschlagenen 1. FC Nürnberg. Während Karlsruhe mit fünf Punkten aus fünf Spielen in der zweiten Tabellenhälfte steht, haben die Franken bereits 13 Zähler gesammelt und sind Tabellenzweiter. Für den KSC wäre ein Sieg enorm wichtig, um die Sieglos-Serie zu brechen und mit einem Erfolgserlebnis in die folgende Länderspielpause zu gehen.