Fußball | Bundesliga

Mainz 05 ärgert sich über fehlende Effizienz und "ein dummes Gegentor"

Mainz 05 muss zum Bundesliga-Auftakt eine Niederlage gegen den 1. FC Köln hinnehmen. Spielmacher Nadiem Amiri kritisierte vor allem die fehlende Effizienz.

Teilen

Stand

Von Autor/in Michael Richmann

Paul Nebel sah Rot. Es war der Knackpunkt des Spiels. Der 22-Jährige hatte den Kölner Jakub Kaminski umgerissen, kurz bevor er in den Strafraum eindringen konnte. Mit dieser ungestümen Aktion hat Nebel vermutlich einen Gegentreffer verhindert, das Spiel hat er damit jedoch auf den Kopf gestellt. Denn bis dahin hatte Mainz 05 den 1. FC Köln in fast allen Belangen dominiert. Das Team von Trainer Bo Henriksen hatte die bessere Spielanlage, die besseren Ball-Aktionen und die besseren Chancen.

In Unterzahl war die Mainzer Dominanz passé. Köln ließ den Ball laufen, die Rheinhessen liefen hinterher. Cenk Özkacar (73.) und Said El Mala (80.) ließen Mainz 05 mit ihren vergebenen Chancen noch auf das Unentschieden hoffen. In der letzten Spielminute hat Mainz laut Nadiem Amiri "wieder so ein dummes, einfaches Gegentor bekommen" - wie schon gegen den Rosenborg BK aus Trondheim in der Conference League. Diesmal war Marius Bülter der Torschütze.

Mainz 05 fehlte die Effizienz

Amiri hadert vor allem mit der Effizienz in der Offensive, denn die Chancen waren da. Nach einem weiten Ball des Kapitäns konnten die Gäste gerade noch die Schüsse von Nebel und Anthony Caci blocken. Kaishu Sanos abgefälschter Ball zischte am Tor vorbei. "Da muss es eigentlich scheppern", monierte Amiri. Ansonsten war er mit der Leistung der Mainzer zufrieden: "Wir haben auch kein fatales Spiel gemacht."

Das sah auch Trainer Bo Henriksen so: "Bei Elf gegen elf waren wir 100 Prozent die bessere Mannschaft", sagte der 50-Jährige im Interview mit SWR Sport. "Nach der Roten Karte war es etwas schwierig für uns." Doch auch er wollte die zweite Last-Minute-Niederlage in einer Woche nicht allzu hoch hängen: "Wir probieren unser Bestes, heute hat es nicht geklappt. Aber das ist das Leben."

Weiper will nun doch bei Mainz 05 verlängern

Wenigsten vor dem Spiel hatte Mainz 05 Grund zur Freude: Die Rheinhessen und Angreifer haben Nelson Weiper ihren Streiti beendet. Der 20-Jährige kehrte in den Kader zurück und wurde in der 15. Minute für den verletzten Benedict Hollerbach eingewechselt. Man befinde sich in "zielführenden Gesprächen über eine Verlängerung des aktuell noch bis zum Sommer 2026 datierten Vertrages", hieß es auf der Webseite der Mainzer. Weiper war zuletzt aus dem Profikader verbannt worden, weil er einer vorzeitigen Verlängerung seines Kontrakts nicht zugestimmt hatte. Sein Club will verhindern, dass das Eigengewächs im nächsten Jahr ablösefrei wechselt. "Er ist ein wichtiger Spieler für uns", sagte Henriksen über den erst 20-Jährigen. "Für mich egal, wie alt er ist." Er habe gerade in Unterzahl Verantwortung übernommen, meinte der Coach. "Die letzten 30 Minuten waren überragend."

Schon am Donnerstag wartet die nächste Aufgabe. Dann steht in der Conference League das Rückspiel gegen Rosenborg an. Bis dahin müssen Amiri und seine Mainzer "viel schlafen, gut essen", den Kopf freibekommen und "gewinnen" - mit mindestens zwei Toren Unterschied.