Bei Mainz 05 sind sie sich nicht ganz einig, wie das 0:0 im Keller-Duell gegen den FC St. Pauli zu bewerten ist. "Heute dürfen wir nicht zufrieden sein", sagte Trainer Urs Fischer im Interview mit SWR Sport und rief dennoch die positiven Aspekte des Spiels ins Gedächtnis. "St. Pauli hatte in der zweiten Hälfte keinen Abschluss mehr. Und wir hatten zwei, drei Möglichkeiten - der Kopfball von Dominik Kohr und die Chance von Silvan Widmer waren sogar größere", erinnerte Fischer an die beiden Chancen in der 48. bzw. 67. Minute.
Um dann doch wieder zu kritisieren: "Dann musst du aus wenig halt mal ein Tor erzielen."
Danny da Costa lobt die Einstellung der Mainzer
Auch Innenverteidiger Danny da Costa flüchtete sich in ein "Sowohl als auch": "In unserer Situation brauchst du einen Sieg. Aber ich glaube, wir tun ganz gut daran, gerade zum Ende des Jahres die positiven Aspekte hervorzuheben." Schließlich hat Mainz 05 "nicht viel zugelassen" und "keine Gegentore bekommen". An der Effizienz müsse Mainz 05 noch arbeiten, aber "das heute als 'bitter' zu bezeichnen, wäre ein bisschen drüber".
Dass Mainz 05 gegen St. Pauli mehr gekämpft als gespielt hat, war in da Costas Augen "erwartbar". Dennoch war er mit der Einstellung der Mainzer zufrieden: "Wir haben alles reingeworfen und jeder hat gefightet. Natürlich hatten wir im letzten Jahr Spiele, da haben wir auch ganz guten Fußball gespielt. Sonst wären wir nicht da gelandet, wo wir gelandet sind." Nämlich im Europapokal. Aber die Mainz-05-Tugenden - laut da Costa "kompakt stehen, schnelles Umschaltspiel" - sind da. Aber, da ist sich da Costa mit seinem Trainer einig, Mainz 05 müsse "ein Stück weit konsequenter werden".
Mainz 05 bleibt Tabellenletzter
Ohne diese Konsequenz bleiben die Mainzer nicht nur Tabellenletzter. Sie haben auch sechs Punkte Rückstand auf den FC Augsburg, der ganz knapp über der Abstiegszone überwintert. Doch Nadiem Amiri meint: "Das tut nicht weh. Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir machen kleine Schritte." Er ärgere sich allenfalls über "ein paar Abpraller, wo der Ball nicht vor unsere Füße fällt".
Darum sei er insgesamt auch "brutal positiv. Wirklich". Das liege vor allem an dem neuen Trainer: "Ich habe die letzten zwei Wochen ein richtig gutes Gefühl bekommen." Darum ist er sich auch sicher, "diese ganzen Unentschieden werden irgendwann belohnt".
Mainz 05 freut sich auf die Weihnachtspause
Die Weihnachtspause kommt den Mainzern daher erst einmal gelegen: "Wir haben jetzt zehn Tage, die wir runterfahren können, und dann werden wir genau an diesen Dingen ansetzen und alles daran setzen, dass wir aus dem Tabellen-Keller rauskommen." Nach der Pause können die Mainzer bei Union Berlin (10.1.) und dem 1. FC Heidenheim (13.1.) in der Hinrunde noch etwas Boden gutmachen.
Ob sie für die Rückrunde noch ein paar Neuzugänge brauchen? Auch da sind sich bei Mainz 05 alle einig. "Hundert Prozent", sagt Amiri. "Das weiß doch jeder. Wir brauchen auf jeden Fall ein oder zwei gute Neuzugänge. Ich bin positiv. Wer kommt, wird uns helfen." Dann ist auch Amiri, "zuversichtlich", dass sein Weihnachtswunsch in Erfüllung geht: "Dass wir in der Liga bleiben."