Phillip Tietz, Silas, Stefan Posch und zuletzt Sheraldo Becker: Der abstiegsbedrohte 1. FSV Mainz 05 hat gleich vier potenzielle Verstärkungen verpflichtet, um sich aus dem Tabellenkeller der Bundesliga zu spielen.
Zu Gast in SWR Sport Phillip Tietz und der 1. FSV Mainz 05 - in jeder Beziehung ein perfektes Match
Phillip Tietz ist sportlich in Rekordzeit beim 1. FSV Mainz 05 angekommen. Doch auch abseits des Feldes passt alles zwischen dem Stürmer und den Rheinhessen.
Mit Otto Ruoppi angelte sich Mainz 05 zudem ein finnisches Offensivtalent. Der 20-Jährige wird aber zunächst in der Rückrunde auf Leihbasis für seinen alten Klub Kuopion Palloseura spielen und im Sommer am Bruchweg aufschlagen.
Tietz und Silas sofort eine Verstärkung für die 05er
Vor allem in der Offensive haben die Mainzer Verantwortlichen dem Kader einen neuen Anstrich gegeben. Mit Tietz und Silas haben zwei der Neuzugänge schon unter Beweis gestellt, dass sie die erhofften Soforthilfen sind. Tietz hat bereits vier Scorerpunkte in fünf Spielen gesammelt, Silas erzielte zuletzt beim 2:1-Coup bei RB Leipzig den Siegtreffer.
Der Österreicher Posch, gegen den VfL Wolfsburg und Leipzig jeweils 90 Minuten im Einsatz, soll dem Team noch mehr Stabilität in der Defensive verleihen. Tietz, Silas, Posch - drei Transfers, die so auch schon zum Start der Transferphase angedacht gewesen sein dürften.
Als Ersatz für Benedict Hollerbach Ein Supersprinter für den 1. FSV Mainz 05: Das bringt Neuzugang Sheraldo Becker mit
Der 1. FSV Mainz 05 hat sich kurz vor Ende der Winter-Transferperiode noch einmal verstärkt und Sheraldo Becker bis zum Sommer ausgeliehen. Trainer Urs Fischer kennt den Flügelspieler bestens.
Sheraldo Becker und Urs Fischer - gemeinsame Vergangenheit
Der Last-Minute-Deal mit Sheraldo Becker, ausgeliehen vom spanischen Klub CA Osasuna, kam dagegen aufgrund einer schlechten Nachricht noch zustande. Benedict Hollerbach hatte sich gegen Leipzig die Achillessehne gerissen, Ersatz musste kurzfristig her.
"Die schwere Verletzung von Benedict Hollerbach hat den Ausschlag gegeben, dass wir noch einmal aktiv werden wollten. Einen Tag nach dem großen Stress sind wir jetzt sehr froh, dass wir eine so gute und kurzfristige Lösung finden konnten", sagte Sportdirektor Niko Bungert. "Das war nicht mehr selbstverständlich, nachdem die Information (zur Verletzung von Hollerbach) final erst am Sonntagmittag bei uns eingetroffen ist, innerhalb von kürzester Zeit noch reagieren zu können."
Becker war ein von "zwei, drei Optionen"
Die Mainzer sind "sehr froh", mit Becker einen Angreifer gefunden zu haben, der sowohl die Bundesliga als auch Trainer Urs Fischer aus seiner Zeit bei Union Berlin bestens kennt.
Dass Becker und Fischer bereits erfolgreich zusammengearbeitet haben, sei natürlich ein Faktor dafür gewesen, dass sich die Mainzer zwischen "zwei, drei Optionen" letztlich für Becker entschieden haben, bestätigte Bungert: "Es ist eine Lösung, mit der nicht nur wir als Verein, sondern in erster Linie auch der Trainer sehr gut arbeiten kann."
Hollerbach bereits operiert - Werder-Anfrage wegen Henriksen?
Hollerbach ist derweil bereits operiert worden. Es geht ihm laut Bungert "den Umständen entsprechend". Natürlich sei die Verletzung für alle ein Schock gewesen, doch der Klub wolle "alles Mögliche" tun, um den 24-Jährigen auf dem Weg seiner Rehabilitation zu unterstützen, damit er schnellstmöglich wieder zurückkehren kann. Klar ist aber: Die Saison 2025/2026 ist für Hollerbach beendet.
Doch nicht nur auf der Seite der Zugänge wurde bis zuletzt noch eifrig gearbeitet bei den Mainzern. Mit Arnaud Nordin gaben die 05ern einen Offensivspieler leihweise an Stade Rennes ab. Und als ob sämtliche Verhandlungen rund um Spieler nicht genug wären, soll zuletzt Werder Bremen nach der Entlassung von Trainer Horst Steffen bei den Mainzern nachgefragt haben, ob der bei den Rheinhessen freigestellte Bo Henriksen zu haben sei. Ob das stimmt? Bungert verweist hierzu auf Sportvorstand als Christian Heidel als richtigen Ansprechpartner, auch weil er selbst voll in die Planung zum kickenden Personal eingebunden war: "Das war in diesem ganz großen Transfer-Chaos ein kleineres Thema bei uns."
Mainz gegen Augsburg - Duell der Aufstrebenden
Die nächste Bewährungsprobe für den aufgepeppten Kader der Rheinhessen wartet am kommenden Samstag. Dann treffen die 05er um 15:30 Uhr auf den FC Augsburg. Mit einem Sieg könnten die Mainzer (18 Punkte) bis auf einen Zähler an den Kontrahenten heranrücken.
Dann wird auch Sheraldo Becker schon Teil des Kaders sein, falls in der Trainingswoche alles gut läuft, so Bungert. Der 30-Jährige soll dabei helfen, das zuletzt gewonnene Selbstvertrauen in einen weitere Erfolg umzumünzen. "Wir haben uns mit den letzten Ergebnissen etwas erarbeitet, ein grundsätzlich gutes Gefühl als Mannschaft", sagte Bungert.
"Wir können gegen viele Bundesligateams mittlerweile sehr unangenehm spielen - defensiv wie offensiv", so Bungert weiter. "Wohlwissend, dass wir gegen einen Gegner spielen, der auch im Aufwind ist."
Augsburg hat wie Mainz die letzten beiden Spiele gewonnen. Vor dem Sieg gegen den FC St. Pauli hatten die Schwaben dem FC Bayern die erste Saison-Niederlage zugefügt. Die Mainzer sind also bei allem Selbstvertrauen gewarnt.