Sheraldo Becker ist bester Laune, als er zum Gesprächstermin erscheint. Und dazu hat der 31-Jährige einen Tag nach seinem 31. Geburtstag auch allen Grund. Am Wochenende hatte der Offensivspieler seinen ersten Auftritt im Trikot der Rheinhessen, am Ende durften Becker und seine neuen Teamkollegen einen 2:0-Sieg gegen den FC Augsburg feiern.
"Meine ersten 30 Minuten im Heimspiel vor unseren Fans waren schon gut. Mit drei Punkten, das ist das Wichtigste. Sehr schön, es war ein gutes Gefühl nach dem Spiel und jetzt müssen wir weitermachen", sagte Becker über seine Premiere, bei der er in der 61. Minute für Silas ins Spiel gekommen war und sofort Impulse in der Offensive setzen konnte.
Becker optimistisch im Kampf um den Klassenerhalt
Becker sieht sich in seiner Entscheidung, nach Mainz zu kommen, schon nach kurzer Zeit bestätigt. Das zielstrebige Spiel in der Bundesliga passe zu seinem Stil. Dazu hat er beste Erinnerungen an die Zusammenarbeit mit Urs Fischer während der gemeinsamen Zeit bei Union Berlin.
In der Hauptstadt gelang dem Duo einst der Sprung in die Champions League, in Mainz heißt die Realität trotz drei siegen in Serie weiter: Kampf um den Klassenerhalt. Becker ist sich sicher, dass das gelingen wird: "Wir haben ein Ziel und wir wissen auch, dass wir gegen jede Mannschaft gewinnen können, wenn wir zusammenhalten."
Keine Auftritte im Europapokal
Zuletzt präsentierten sich die 05er in starker Verfassung und wollen auch Zählbares beim Champions-League-Teilnehmer mitnehmen. "Wir müssen von Spiel zu Spiel denken. Jetzt spielen wir am Freitag gegen Dortmund, da geht es wieder um drei Punkte", sagte Becker
Sportvorstand Christian Heidel und Sportdirektor Niko Bungert haben ihre Hausaufgaben in der Winterpause mit Bravour erledigt. Neben Becker wurde der Kader mit den Angreifern Phillip Tietz und Silas sowie Innenverteidiger Stefan Posch verstärkt. Bei allen Akteuren deutet sich an, dass sie entscheidende Impulse für den Rest der Saison geben können.
Tietz, Posch und Silas werden das auch auf europäischer Ebene tun können, sie wurden bei der UEFA für die Conference League nachgemeldet. Bei Becker war dies trotz der schweren Verletzung von Benedict Hollerbach nicht mehr möglich.
Sheraldo Becker und der Traum von der WM
Ganz auf internationale Spiele verzichten müssen wird Becker im kommenden halben Jahr jedoch nicht. Der Angreifer steht mit Suriname in den Playoffs zur WM 2026. Die Südamerikaner müssten in den Entscheidungsspielen zunächst Bolivien (27. März) und dann den Irak (1. April) schlagen, um sich für das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko zu qualifizieren.
Vorerst steht aber der Bundesliga-Alltag auf dem Programm. Der Fokus liegt komplett auf dem Spiel beim BVB, das merkt man Becker an. Nicht auf seinem zweiten Auftritt in der heimischen Arena eine Woche später gegen den Hamburger SV, und auch nicht auf dem nächsten Highlight im Kalender aller Mainzer: Von Rosenmontag hat der Angreifer nämlich noch nie gehört. Ob er sich dazu ein paar Tipps von Nationalmannschaftskollege und Ex-Mainzer Jean-Paul Boetius holt? "Kann sein", sagte ein lachender Becker: "Aber erst nach dem Spiel gegen Dortmund".