Der 1. FSV Mainz 05 hat im ersten Spiel der Ligaphase in der Conference League bei Omonia Nikosia mit 1:0 (0:0) gewonnen. Das Tor des Tages erzielte Nadiem Amiri in der 74. Minute.
Bei den Mainzern, die am vergangenen Wochenende mit 0:2 gegen Borussia Dortmund verloren hatten, stand überraschend der erst 17-jährige Innenverteidiger Kacper Potulski in der Startformation. Der polnische U21-Nationalspieler hat in der Bundesliga bislang noch nicht eine Minute gespielt.
Die Rheinhessen starteten mit viel Elan, schon in der 2. Minute kam Nicola Veratschnig zum ersten Abschluss, der allerdings zu ungefährlich geriet. Drei Minuten später hielten die 1.500 mitgereisten Mainzer Fans den Atem an, als Nikosias Ryan Mmaee frei vor Torhüter Robin Zentner auftauchte. Gezählt hätte der Treffer jedoch nicht, da der Marokkaner beim Zuspiel im Abseits gestanden hatte. Auf der anderen Seite bot sich dem agilen Arnaud Nordin die Chance, doch sein Schuss aus sieben Metern stellte Francis Uzoho vor keine Probleme (6.).
Spiel zwischen Nikosia und Mainz verliert an Tempo
Nikosia antwortete mit einem wuchtigen Rechtsschuss von Giannis Masouras, Zentner konnte den Ball aber sicher zur Ecke abwehren (8.). Die Teams begegneten sich auf Augenhöhe, große Chancen blieben aber auf beiden Seiten vorerst aus. Zudem verflog das Tempo der ersten Viertelstunde ein wenig, weil sich hüben wie drüben technische Unsauberkeiten einschlichen.
Es dauerte bis zur 33. Minute, ehe es mal wieder gefährlich wurde. Nikosias Willy Semedo wurde im Strafraum angespielt, drehte sich und zog ab - knapp am langen Pfosten vorbei. Kurz darauf jubelten beinahe die Mainzer. Einen kurz ausgeführten Eckball brachte Nordin ins Zentrum, der Ball flog an Freund und Feind vorbei an den linken Pfosten (36.).
Die Aktion gab etwas Rückenwind für die Schlussphase der ersten Halbzeit. Eine noch bessere Gelegenheit bot sich Philipp Mwene, der eine Nordin-Flanke aus wenigen Metern im praktisch leeren Tor hätte unterbringen können. Doch der Österreicher nahm den Ball kompliziert mit dem rechten statt mit dem linken Fuß - Chance vertan (44.). "Wir hätten schon in der ersten Halbzeit in Führung gehen müssen", befand Nadiem Amiri nach dem Spiel am SWR-Mikrofon.
Zweite Halbzeit startet ohne große Höhepunkte
Ohne Wechsel gingen die Teams in den zweiten Abschnitt. Der Spielverlauf ähnelte zunächst dem aus der ersten Halbzeit. Sowohl die 05er als auch Nikosia waren bemüht, nach vorne zu spielen, doch ohne die zündenden Ideen rund um den Strafraum des Gegners.
Die Mainzer erspielten sich wie schon vor der Pause ein Übergewicht, richtig gefährlich wurde es für Keeper Uzoho aber nicht. Gleichzeitig verteidigten die Rheinhessen die Angriffe und Konter der Zyprer konsequent. Bis zur 70. Minute neutralisierten sich beide Teams, dann wurde Nikosias Stefan Simic im Strafraum freigespielt, der aus aussichtsreicher Position jedoch viel zu harmlos abschloss.
Amiri eiskalt vom Punkt
Kurz darauf feierte Benedict Hollerbach sein Comeback bei den Mainzern. Der Angreifer, der sich am ersten Bundesliga-Spieltag eine Muskelverletzung zugezogen hatte, ersetzte Armindo Sieb. Zwei Minuten später brandete dann Jubel im Mainzer Fanblock auf. Kaishu Sano war von Saad Agouzoul zu Fall gebracht worden, Schiedsrichter Milos Milanovic aus Serbien zeigte auf den Punkt. Nadiem Amiri ließ sich die Chance nicht nehmen und traf zur Führung.
Beim anschließenden Jubel brannten bei einigen Anhängern der Gastgeber die Sicherungen durch. Gegenstände flogen in Richtung der jubelnden Mainzer. Ein Getränkebecher traf den eingewechselten Ben Bobzien am Nacken, der zu Boden ging. Der Unparteiische reagierte prompt und schickte die Teams kurzzeitig in die Kabinen. "Es ist okay. Das ist Fußball. Das ist Emotion", zeigte sich Torschütze Amiri nach der Partie versöhnlich. "Im Ausland sind die Fans glaube ich nochmal ein bisschen emotionaler. Wir haben halt vor ihnen gejubelt, aber das ist ja nicht schlimm. Das ist Fußball, das ist ok", so Amiri weiter. Als sich die Gemüter beruhigt hatten, konnte das Spiel fortgesetzt werden.
Die Gastgeber mussten in der Schlussphase nun die Defensive lockern, konnten aber im Angriff keine großen Akzente setzen. Damit blieb es bis zum Ende der siebenminütigen Nachspielzeit beim knappen Erfolg der Mainzer, der aufgrund der Spielanteile völlig in Ordnung geht.
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Mainz muss beim Aufsteiger ran
Weiter geht es für die 05er mit der Bundesliga-Partie beim Hamburger SV am kommenden Sonntag (17:30 Uhr). Den nächsten Auftritt in der Conference League gibt es am 23. Oktober. Dann empfangen die 05er Zrinjski Mostar aus Bosnien-Herzegowina (21 Uhr).