Als der Mainzer Kreativspieler Paul Nebel in der 26. Minute in eine scharfe Flanke rutschte, den linken Pfosten traf und nur haarscharf die Führung verpasste, wuchs womöglich bei dem einen oder anderen 05-Fan die Hoffnung, dass es wieder mit einem Coup gegen Borussia Dortmund klappen könnte. Zur Erinnerung: Trainer Bo Henriksen hatte bis dahin seine beiden Spiele als Mainz-Trainer gegen Dortmund gewonnen - und zwar deutlich mit 3:0 und 3:1.
Effizienz macht den Unterschied
Doch nur wenige Sekunden nach Nebels Pfostentreffer verpuffte die Euphorie: Mit ihrer ersten gefährlichen Aktion gingen die Dortmunder durch Daniel Svensson in Führung. Zwei Szenen innerhalb weniger Augenblicke, die den Unterschied beider Mannschaften perfekt verdeutlichten. Die Dortmunder waren an diesem Nachmittag deutlich effizienter. "So nah ist es manchmal beieinander beim Fußball", sagte Nebel hinterher, immer noch etwas enttäuscht. Und Coach Henriksen musste nach der 0:2 (0:2)-Niederlage nüchtern feststellen: "Dortmund war besser."
Henriksen wünscht sich mehr Mut
Sein Team habe mit und ohne Ball zwischendurch den Mut vermissen lassen und in wichtigen Situationen nicht gut genug verteidigt. "Dortmund hat Qualität. Wenn wir ihnen nur ein bisschen was hinhalten, nehmen sie die ganze Hand." Und Danny da Costa erklärte: "Die Niederlage ist extrem bitter. Wir wussten, dass der BVB vorne schneller Spieler hat, und stellen uns in den entscheidenden Situationen nicht gut an. Das ist insgesamt zu billig."
"Wir haben einen Einwurf und 20 Sekunden später fällt das Tor gegen uns. Das ist natürlich nicht gut genug. Im Spiel waren beide Mannschaften gleich und nicht perfekt, aber Effizienz ist Fußball und dann verlieren wir gegen Dortmund."
Und dennoch könnten zumindest einige Phasen der Partie den 05ern Hoffnung machen. Nicht nur, weil sie durchaus in Führung hätten gehen können, sondern auch, weil sich die Mannschaft nach dem zweiten Gegentreffer (Adeyemi 40.) nicht aufgab. Selbst dann nicht, als Torhüter Robin Zentner in der 67. Minute nach einer Notbremse gegen Adeyemi die Rote Karte sah. Bis zum Schluss mühten sich die Mainzer, die Partie ausgeglichen zu gestalten.
Mainz freut sich auf das internationale Geschäft
Die Mainzer bleiben nach fünf Spieltagen vorerst Tabellendreizehnter - und blicken schon voraus. Am kommenden Donnerstag (02.10.) sind sie am ersten Spieltag der Conference League zu Gast bei Omonia Nikosia in Zypern. "Ich glaube, die ganze Stadt und der ganze Verein freuen sich, wir werden das genießen und alles raushauen", sagte Nebel.