Bundesliga

Paul Nebel: Publikumsliebling am Scheideweg?

Paul Nebel blüht bei Mainz 05 wieder auf und ist aktuell Garant für den Aufschwung der 05er. Die Fanherzen fliegen ihm zu, seine Zukunft in Mainz bleibt aber offen.

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Stand

Als am Mittwoch beim 05er Kidstag das öffentliche Training vorbei war, und die Kinder zur Autogrammjagd auf den Rasen des Bruchwegstadions stürmten, wurde schnell klar, welcher Spieler aktuell im Mittelpunkt des Interesses bei Mainz 05 steht: Paul Nebel. Die Traube um den 23-Jährigen war mit Abstand die größte, und als die meisten Mitspieler schon in den Katakomben unter der Haupttribüne verschwunden waren, stand Nebel immer noch auf dem Rasen und erfüllte Autogramm- und Foto-Wünsche.

Paul Nebel nimmt sich Zeit für Fans

"Es ist immer schön, auch mal Gesichter zu sehen, die sich freuen und deswegen nehmen wir uns gerne die Zeit", weiß Nebel den Rummel um seine Person zu schätzen. Dass Nebel diese Aufmerksamkeit wieder auf sich gezogen hat, liegt zu großen Teilen an seinen Leistungen in den letzten Wochen. In der Liga traf er in den letzten vier Spielen dreimal, legte einen Treffer vor und sorgte so dafür, dass der Ausfall von Nadiem Amiri (Fersenverletzung) nicht den befürchteten Bruch im Mainzer Spiel herbeiführte.

Und das, obwohl Nebel aus der vermutlich schwierigsten Phase seiner Karriere kam. Nach der starken Vorsaison mit seinem Durchbruch in der Bundesliga (zehn Tore, sechs Assists) und erstmaliger Nominierung zur A-Nationalmannschaft des DFB, hatte Nebel zu Beginn dieser Spielzeit zu kämpfen. Beim Saisonauftakt gegen den 1. FC Köln flog er vom Platz, gegen den SC Freiburg am 12. Spieltag ebenfalls. Von August bis Februar gelang ihm in 19 Spielen nur ein Scorerpunkt (Tor beim 4:1-Sieg in Augsburg). Zu Beginn von Urs Fischers Amtszeit war er eher Reservist als Stammkraft.

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Formtief überstanden

Aus diesem Loch hat sich der 1,69 Meter große Mittelfeldspieler herausgearbeitet. Gemäß seinem Motto "Always believe" - immer daran glauben - das er als Tattoo auf seinem Unterarm trägt. "Paul hat nicht gehadert", bestätigt 05-Torwart Daniel Batz mit Blick auf Nebels Formdelle. "Er hat immer hart an sich gearbeitet. Ich denke, das ist ein wichtiges Learning für ihn als Persönlichkeit aber auch als Spieler." Diese harte Arbeit soll sich jetzt auch gegen die TSG Hoffenheim wieder in Punkten widerspiegeln. In der Liga wäre es der dritte Sieg in Folge und das sechste Spiel in Serie ohne Niederlage. Zudem könnten drei Punkte einen entscheidenden Schritt im Abstiegskampf bedeuten.

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Doch Nebels Lauf bietet für die 05er auch Gefahren. Starke Leistungen rufen immer Interesse der Konkurrenz auf den Plan. Eintracht Frankfurt soll sich mit einer Verpflichtung Nebels, der in der Wetterau nahe Frankfurt aufgewachsen ist, beschäftigen. Der Mainzer Sportvorstand Christian Heidel dementierte in der Frankfurter Rundschau allerdings, dass es Gespräche mit der Eintracht bezüglich eines Nebel-Wechsels gegeben habe. Der Vertrag des Mittelfeldspielers läuft noch bis zum Sommer 2027. Befeuert werden Wechselgerüchte davon, dass der quirlige Offensivmann im Februar seinen Berater wechselte. Im Fußball-Business oft ein Zeichen für eine räumliche Veränderung.

Mainz-Fans hoffen auf Nebel-Verbleib

Die Autogrammjäger am Bruchweg hoffen indes, dass Nebel ihnen noch lange erhalten bleibt. "Ich fände das nicht so cool, wenn er wechselt, weil er ist mein Lieblingsspieler", sagt 05-Fan Henry und bei einem weiteren Autogrammjäger werden beim Wechselszenario sogar Erinnerungen an den vergangenen Sommer wach: "Ich fände das nicht gut, genauso wie bei Burkardt. Da war ich schon ein bisschen enttäuscht", sagt Jakob, der sich gerade eine Nebel-Unterschrift auf seinem Trikot ergattert hat.

Der Mann im Fokus gibt sich unterdessen reserviert. "Ich konzentriere mich jetzt voll auf die letzten Spiele. Da liegt mein Fokus drauf." Ausgang offen, und trotz aller Gerüchte hoffen wohl alle Mainz Fans, dass Paul Nebel auch gegen Hoffenheim weiter Eigenwerbung betreibt.

Erstmals publiziert am
Stand
Redakteur/in
Marius Rinkel