Fußball| Bundesliga

Markus Babbel: "Noah Atubolu ist ein Kandidat für die A-Nationalmannschaft"

Der VfB Stuttgart wird auch diese Saison eine gute Rolle spielen, ist sich Fußball-Experte Markus Babbel sicher. Begeistert sprach er in SWR Sport auch über Freiburgs Keeper Noah Atubolu.

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Von Autor/in Thomas Bareiß

Markus Babbel ist einer der gefragtesten Fußball-Experten Deutschlands. Kein Wunder, der Ex-Nationalspieler hat in der Bundesliga viele Jahre für den Branchenführer FC Bayern München, für den Hamburger SV und den VfB Stuttgart verteidigt. In der Premier-League war der geborene Münchner zudem für den FC Liverpool und die Blackburn Rovers am Start. Nach seiner Karriere als Spieler stand der bekennende HSV-Fan und Heavy-Metal-Liebhaber als verantwortlicher Trainer unter anderem an der Seitenlinie des VfB Stuttgart, Hertha BSC und der TSG Hoffenheim. In Australien schaute er bei Western Sydney zwei Jahre über den deutschen Tellerrand hinaus. Keine Frage, der Mann weiß wovon er spricht.

Trainer-Ausnahme Frank Schmidt bestätigt die Regel

Die aktuelle Saison ist noch jung, aber trotzdem wurden in den deutschen Profiligen schon gut einem halben Dutzend Trainern der Stuhl vor die Tür gestellt. "Das ist verrückt! Nach drei Spieltagen einen Trainer zu entlassen, ist Irrsinn," sagte Babbel in SWR-Sport. Vor diesem Hintergrund ist die 18-jährige Schaffenszeit von Frank Schmidt beim 1. FC Heidenheim ein unglaublicher Gegenentwurf: "Das ist eine Ausnahme. Es ist außergewöhnlich, was die Leute dort leisten. Diese Verbundenheit zwischen Trainer, Management und Präsident. Das wird es so nur noch sehr selten geben."

Hauptgrund für eine Entlassung wäre für Babbel ein gestörtes Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft. Dafür das richtige Händchen zu entwickeln, sei die große Kunst eines Managers. Babbel hält viel von der Arbeit des Heidenheimer Vorstandsvorsitzenden Holger Sanwald. Deshalb würde sich der Hobby-DJ sehr wundern, wenn man in Heidenheim, angesichts der prekären aktuellen Situation (Tabellenletzter mit null Punkten) panisch werden würde.

Transfer-Wahnsinn mit Woltemade und Wirtz

Neben den Trainer-Entlassungen sind die Transfer-Summen ein großes Thema. Florian Wirtz wechselte für bis zu 150 Millionen Euro von Bayer Leverkusen zum FC Liverpool, Nick Woltemade für bis zu 90 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zu Newcastle United. "Das war früher schon gaga. Und weil jetzt einfach mehr Geld im Umlauf ist, wird es noch verrückter", so Babbel.

Das Geld müsse ja irgendwo hin und er sei dankbar, dass es in den eben genannten Fällen in der Bundesliga bleibe, auch wenn der Lastminute-Abgang von Woltemade ein herber sportlicher Verlust für den VfB war. "Dass der Trainer natürlich nicht happy ist, ist ja klar. Aber der VfB musste es machen. Das sind Einnahmen, die sind außergewöhnlich."

Auch ohne Nick Woltemade wird der VfB in dieser Saison eine gute Rolle spielen, ist sich Babbel sicher: "Die Leistung gegen St. Pauli war bemerkenswert. Es war schon Druck auf dem Kessel." So müsse der VfB weiter agieren, so sei er besser als viele andere Mannschaften. "Jetzt sind sie wieder in der Spur, jetzt müssen sie dran bleiben." Und natürlich müsse es auch der Anspruch der Schwaben sein, die erste Runde der Europa-League zu überstehen.

Torhüter-Rekord mit Noah Atubolu

Der 23-jährige Noah Atubolu ist eine feste Größe beim SC Freiburg. Der Keeper der deutschen U21 hat am vergangen Samstag beim 3:0-Auswärtssieg bei Werder Bremen nicht nur seinen Kasten sauber gehalten, sondern auch den fünften Elfmeter in Serie gehalten: Noch nie in der Geschichte der Bundesliga blieb ein Torwart fünfmal in Serie Sieger im Duell mit dem Elfmeterschützen. Nicht nur deshalb ist er für Babbel ein Kandidat für die A-Nationalmannschaft: "Ich habe ihn drei Wochen bei der U21-EM begleiten dürfen - eine tolle Persönlichkeit. Mich würde es nicht überraschen, wenn er dazu kommen würde."

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Thomas Bareiß